Kann Schokolade tatsächlich Depressionen heilen?

Viele Erkrankte fühlen sich oft auch missverstanden und alleingelassen.
Viele Erkrankte fühlen sich oft auch missverstanden und alleingelassen.  © DPA/123RF (Bildmontage), (Symbolbild)

Berlin - Depressionen und ihre Heilungs-Irrtümer: In Deutschland gibt es mit Blick auf wirksame Behandlungsmöglichkeiten erhebliche Wissenslücken. So glaubt jeder Fünfte, die Krankheit mit Schokolade oder Sich-Zusammenreißen zu bekämpfen.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und die Stiftung Deutsche Bahn stellen am Dienstag in Berlin den "Deutschland-Barometer Depression" vor, in der eine repräsentative Umfrage das Unwissen vieler Deutsche in Bezug auf die Krankheit Behandlung offenbart.

Für die Studie wurden von Juni bis August 2000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren befragt. 18 Prozent hielten "Schokolade essen" für ein geeignetes Heilmittel, 19 Prozent votierten für "sich zusammenreißen". Eine deutliche Mehrheit hielt hingegen den Gang zum Arzt für den besten Weg.

Ergänzt werden die Ergebnisse durch eine Online-Umfrage unter rund 1000 Betroffenen.

In Deutschland erkranken jedes Jahr Millionen Deutsche an Depressionen

Schokolade lindern eventuell für einen kurzen Augenblick, doch langfristige Heilung verspricht sie nicht.
Schokolade lindern eventuell für einen kurzen Augenblick, doch langfristige Heilung verspricht sie nicht.  © DPA/123RF (Bildmontage), (Symbolbild)

Von ihnen sind nur fünf Prozent der Meinung, dass "sich zusammenreißen" gegen Depressionen hilft. Ärzte behandeln die Krankheit in der Regel mit Psychotherapien und je nach Schweregrad auch mit Medikamenten.

Insgesamt erkranken nach Angaben der Stiftung jedes Jahr rund 5,3 Millionen Menschen in Deutschland an einer behandlungsdbedürftigen Depression. Jeden Tag begingen durchschnittlich 28 Menschen Suizid. Bei vielen Fällen geht die Stiftung von einer schweren und unbehandelten Depression als Ursache aus.

Depressionen haben in der Regel biologische Ursachen oder können durch traumatische Ereignisse ausgelöst werden. Nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) zählen sie inzwischen zu den häufigsten psychischen Leiden in Deutschland.

Mit professioneller Hilfe sind Depressionen heute meist gut behandelbar. Die Krankheit wird häufiger als früher erkannt. In Deutschland stieg in den vergangenen Jahren nicht die Häufigkeit der Krankheit an sich, sondern die Zahl der Diagnosen.

Titelfoto: DPA/123RF (Bildmontage), (Symbolbild)


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