So hat Sturmtief "Bennet" im Norden gewütet

Hamburg/Kiel - Das Sturmtief "Bennet" hat am gestrigen Rosenmontag die Geduld von Bahnreisenden, Autofahrern und Jecken in ganz Norddeutschland auf die Probe gestellt.

Tief "Bennet" zieht über Deutschland hinweg und sorgt für stürmisches Wetter – und eindrucksvolle Bilder von der Küste, wie hier in Warnemünde.
Tief "Bennet" zieht über Deutschland hinweg und sorgt für stürmisches Wetter – und eindrucksvolle Bilder von der Küste, wie hier in Warnemünde.  © DPA

Sturmschäden und Gefahrensituationen hielten Polizei und Feuerwehr auf Trab (TAG24 berichtete).

Der Beinahe-Orkan war – besonders nach den ersten Frühlingsausläufern der letzten Woche – in aller Munde und hatte im Grunde ganz Deutschland im Griff. Im Norden der Republik tobte der Sturm dann auch in der Nacht zu Dienstag noch weiter.

Die Folgen: In Schleswig-Holstein wurden nicht nur viele Bäume umgeknickt und auch Dächer abgedeckt, sondern auch der Verkehr auf Straßen und Schienen war beeinträchtigt. Menschen wurden nach Polizeiangaben dabei aber nicht verletzt.

Die Feuerwehr in Kiel musste im Stadtgebiet mehrere umgestürzte Bäume wegräumen und ein Baugerüst sichern, das umzufallen drohte.

Auch in Dithmarschen, wo gerade ordentlich Karneval gefeiert wurde, entwurzelte der Sturm Bäume. Beschädigt wurde trotzdem nichts, weil die Bäume auf die Straßen fielen, aber glücklicherweise keine Verkehrsteilnehmer erwischten.

Im nördlichsten Bundesland sind aktuell noch einige Brücken für Laster und Autos mit Anhänger gesperrt. Es ist von Hamburg bis Flensburg auch nach wie vor etwas böig.

Feuerwehrkräfte bergen in Hannover einen Baum, der während des Sturms auf zwei Fahrzeuge im Stadtteil Linden gestürzt war.
Feuerwehrkräfte bergen in Hannover einen Baum, der während des Sturms auf zwei Fahrzeuge im Stadtteil Linden gestürzt war.  © DPA

Im Allgemeinen hielten sich die Schäden im Norden und an den Küsten also in Grenzen, auch wenn es zu einigen kleineren und mittelschweren Zwischenfällen kam.

Die hätten aber durchaus schlimmer ausgehen können, als es letztendlich der Fall war. Jetzt müssen Einsatzkräfte überwiegend aufräumen.

In Lübeck hat der Wind Teile eines großen Silos weggeweht, sodass eine anliegende Straße gesperrt werden musste. Im nur wenige Kilometer entfernten Ahrensbök wurde das Dach einer Scheune beschädigt. Auch hier wehten die Trümmerteile auf eine Landstraße, die laut Polizei selbst am Morgen noch gesperrt war.

Im Hamburger Stadtgebiet gab es kleinere Überschwemmungen. Diese waren allerdings so gering, dass keine Straßen gesperrt werden mussten.

Trotzdem fielen im Norden einige Züge des Nah- und Fernverkehrs aufgrund von Sturmschäden an den Gleisen aus oder mussten umgeleitet werden, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte.

Ein kurzer sonniger Abschnitt hellt den Ostseestrand und den Leuchtturm auf, während dunkle Wolken des Sturmtiefs "Bennet" über die Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern ziehen.
Ein kurzer sonniger Abschnitt hellt den Ostseestrand und den Leuchtturm auf, während dunkle Wolken des Sturmtiefs "Bennet" über die Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern ziehen.  © DPA

Demnach waren im Fernverkehr Züge auf den Strecken Stralsund - Karlsruhe und Hamburg - Passau betroffen.

Umgestürzte Bäume beeinträchtigten zwischenzeitlich auch den Regionalexpress 5 zwischen Stade und Hamburg sowie in Hamburg die U1 zwischen Volksdorf und Ohlstedt. Es kam zu Zugausfällen und Verspätungen.

Die Hamburger S-Bahnen waren nur kurzzeitig von Einsätzen der Feuerwehr betroffen.

Auch der Bahnverkehr auf der Vogelfluglinie wurde lahmgelegt. Die Konsequenz: Die Bahn musste den Eisenbahn-Fährverkehr auf Fehmarnbelt für rund eine Stunde einstellen. Der Grund dafür war wohl auch wieder ein Baum, der zwischen Haffkrug und Scharbeutz im Kreis Ostholstein auf die Gleise gestürzt war, sagte eine Bahnsprecherin dem Portal hamburg.de.

Dadurch war offenbar auch die Bahnstrecke nach Puttgarden blockiert und die dortigen Fernreisenden mussten auf Busse umsteigen. Auch zwischen Timmendorfer Strand und Haffkrug war zwischenzeitlich ein Busersatzverkehr eingerichtet worden. Diese Strecke wurde jedoch bereits am frühen Montagnachmittag schon wieder freigegeben.

Im Norden wird bereits zunehmend Entwarnung gegeben, nur an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern kann es gebietsweise stürmisch bleiben. Eine Sturmflutwarnung für die Nordsee war bereits in der Nacht aufgehoben worden.

Laut Deutschem Wetterdienst lässt der Wind seit den frühen Morgenstunden in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg immer weiter nach, es kann aber teilweise noch zu Starkwind kommen. Gegen Nachmittag soll sich die Lage voraussichtlich wieder komplett entspannen.

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