Umstrittener Abschiebeflug aus Leipzig in Kabul eingetroffen

Kabul/Leipzig - In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Mittwochmorgen ein weiterer Flug aus Deutschland mit abgeschobenen Menschen eingetroffen. Die Maschine aus Leipzig mit 45 abgeschobenen Afghanen an Bord landete kurz vor 8 Uhr Ortszeit.

45 Afghanen wurden am Mittwoch vom Flughafen Halle/Leipzig nach Kabul geflogen.
45 Afghanen wurden am Mittwoch vom Flughafen Halle/Leipzig nach Kabul geflogen.  © Michael Kappeler/dpa

Die Männer kamen aus Bayern, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland. Ein 46. Afghane war ebenfalls zum Flughafen gebracht worden, wurde aufgrund eines kurzfristigen Gerichtsbeschlusses aber letztlich nicht abgeschoben.

Es war die 26. Sammelabschiebung seit dem ersten Flug im Dezember 2016. Bei den bisherigen 25 Abschiebungen hatten Bund und Länder 600 Männer nach Afghanistan zurückgebracht.

Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, da Kritiker darauf hinweisen, dass die Sicherheitslage dort weiter angespannt ist. Der Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fordert täglich Opfer. Insgesamt starben einem UN-Bericht zufolge von Januar bis Ende Juni 1366 Zivilisten in dem Konflikt, 2446 wurden verletzt. Das waren 27 Prozent weniger Opfer als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Erst kürzlich erneutes Attentat

Erst am Sonntag wurde in der Hauptstadt Kabul das Büro eines Vizepräsidentenkandidaten angegriffen. Dabei starben mehr als 20 Menschen. Nur drei Tage davor waren bei drei Explosionen in der Stadt mindestens elf Menschen getötet worden. Bei 15 größeren Angriffen in Kabul seit Januar starben laut Behördenangaben fast 100 Menschen, mehr als 500 wurden verletzt.

Im Bemühen, den Konflikt politisch zu lösen, gab es bisher mehrere Gesprächsrunden zwischen Vertretern der USA und hochrangigen Taliban. Diese sollen zu direkten Gesprächen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban führen.

Bei dem Attentat auf das Büro von Vizepräsidentskandidaten Saleh wurden mehr als 20 Menschen getötet, 50 weitere verletzt.
Bei dem Attentat auf das Büro von Vizepräsidentskandidaten Saleh wurden mehr als 20 Menschen getötet, 50 weitere verletzt.  © Rahmatullah Alizadah/XinHua/dpa

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