Umweltaktivistin seit Tagen in Polizeigewahrsam: Mahnwache für "Chai" in Leipzig

Leipzig - Zwei Tage nach der Protestaktion im Tagebau Vereinigtes Schleenhain sitzt Aktivistin "Chai" noch immer in Polizeigewahrsam.

Initiator Ronny (48, r.) und weitere Aktivisten von "Ende Gelände" zeigten sich am Freitag solidarisch mit "Chai".
Initiator Ronny (48, r.) und weitere Aktivisten von "Ende Gelände" zeigten sich am Freitag solidarisch mit "Chai".  © Saskia Weck

Die - laut Polizeiangaben weibliche - Person wurde am Mittwoch gemeinsam mit drei weiteren Umweltschützern festgenommen, nachdem sie einen Braunkohlebagger bei Pödelwitz besetzt hatte. Die Gruppe setzt sich für den sofortigen Kohleausstieg und Klimagerechtigkeit ein.

Insgesamt handelte sich um zwei Frauen und zwei Männer, die am Mittwochmorgen von dem Bagger in der Nähe des vom Tagebau bedrohten Dörfchens Pödelwitz geholt werden mussten, so die Polizei. Der Einsatz hatte mehrere Stunden gedauert.

"Zum Zwecke der Identifizierung und weiterer strafprozessualer Maßnahmen, verbrachte man die Tatverdächtigen in die Räume der Polizeidirektion Leipzig. Die berechtigte Firma des [Mibrag, Anm. d. Red.] erstattete darüber hinaus Anzeige wegen Hausfriedensbruch", hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung der Polizeidirektion Leipzig.

Noch am selben Tag gab eine der vier Personen ihre Identität preis. Zwei weitere Aktivisten zeigten sich am gestrigen Tag - nach einer Nacht in Polizeigewahrsam und einer Anhörung im Amtsgericht - einsichtig. Doch "Chai", so das Pseudonym der vierten verhafteten Person, bleibt bislang standhaft. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, Ricardo Schulz, auf Anfrage von TAG24.

"Die in Gewahrsam befindliche Person verweigert nach wie vor die Auskunft", so Polizeisprecher Uwe Voigt am Freitagnachmittag. "Chai" wird weiter auf der Polizeidirektion Leipzig bleiben müssen, bis sie ihre Identität preisgibt, längstens jedoch bis Samstagvormittag.

Aktivisten von "Ende Gelände Leipzig" zeigen sich bereits seit Freitagmorgen solidarisch mit der Festgenommenen. Initiator Ronny (48) sowie eine handvoll weiterer Umweltschützer haben auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz, gegenüber der Polizeidirektion in der Dimitroffstraße, einen kleinen Stand aufgebaut, um über die Situation zu informieren.

"Wir werden hier sein und uns um die Person kümmern, sobald sie die Polizeidirektion verlassen darf", so Ronny (48). Bis zum Abend wollen die Anhänger von der Aktionsgruppe "Ende Gelände Leipzig" trotz des nasskalten Winterwetters ausharren. Wenn es sein muss, kommen sie morgen wieder, sagt der 48-Jährige.

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