Umweltdetektive in Leipzig? Stadtverwaltung will gegen illegalen Müll vorgehen

Von Anke Brod

Leipzig - Illegaler Müll im Park oder am Feldrand sieht nicht nur unschön aus, sondern ist vor allem ein Umweltdelikt oder zieht Ratten an. In der Messestadt kommen daher vielleicht bald sogenannte Müll- oder Umweltdetektive zum Einsatz. Laut Ratsbeschluss wird dazu jetzt ein Konzept erarbeitet. Die SPD-Fraktion im Stadtrat hatte ein entsprechendes Modell aus Mönchengladbach (NRW) für Leipzig angeschoben.

Illegal abgelagerter Müll kann Schädlinge wie Ratten anziehen.
Illegal abgelagerter Müll kann Schädlinge wie Ratten anziehen.  © Anke Brod

"Müll- oder Umweltdetektive" sollen Bürger nach dem Mönchengladbacher Vorbild zum einen präventiv über das No-Go illegaler Abfall-Entsorgung in der Öffentlichkeit aufklären.

Damit zum anderen aus dem ins Feld geworfenen Alt-Fernseher kein ganzer "Monte Scherbelino" wird, sollen sie zudem das Übel direkt an der Wurzel packen und einzelne Funde sofort selber entfernen.

Eine weitere Aufgabe der Mülldetektive wäre die Dokumention des "corpus delicti" zur Beweissicherung. So würden potentielle Umweltsünder im Sinne einer Ordnungswidigkeit später zur Kasse gebeten werden können.

In Mönchengladbach gehen Mülldetektive regelmäßig im Stadtgebiet auf Streife. Mal inkognito, mal mit ihren neongelben Jacken ausgestattet, machen sie sich auf die Suche nach illegalen Abfallentsorgern.

Verursacher von wildem Müll sind jedoch meist über alle Berge. Dann ist der Spürsinn der Mülldetektive gefragt. Sie stöbern vor Ort nach Hinweisen, sichern Beweise, und ermitteln im besten Fall den Verursacher.

Gegen ihn leiten sie schließlich entsprechende Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

Deutlich erhöhte Geldbußen für wilden Müll

Ein Konzept für das Leipziger Pendant in spe soll nach dem Ratsbeschluss voriger Woche bis Ende des zweiten Quartals 2020 stehen. Die Idee dahinter lautet so: Zwar könnten Kosten zur Entsorgung illegalen Mülls von der Stadt auf die Bürger umgewälzt werden, doch wolle man in der Messestadt das Fehlverhalten ansich nicht einfach so hinnehmen. Wilde Abfallentsorgung ließe sich hier möglicherweise effektiver mithilfe von Umweltdetektiven und "deutlich erhöhten Geldbußen" eindämmen, heißt es in der Beschluss-Begründung.

Das Projekt könnte zunächst über Haushaltmittel laufen. Zur Refinanzierung seien mittelfristig eingenommene Bußgelder angedacht. Die Zusammenarbeit zwischen Umweltamt und Stadtordnungsdienst wird angestrebt.

Vom Müllfund in der Wallachei bis zur Beräumung sollen dann maximal nur 72 Stunden verstreichen.

Ein Teil folgt auf das andere: Die Stadt Leipzig möchte das Problem illegaler Müllkippen an der Wurzel anpacken.
Ein Teil folgt auf das andere: Die Stadt Leipzig möchte das Problem illegaler Müllkippen an der Wurzel anpacken.  © Anke Brod

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