Umweltsünder Kunstrasenplatz? Sächsischer Fußballverband sieht "keinen Grund zur Panik"

Leipzig - Der Sächsische Fußball-Verband (SFV) geht mit den Diskussionen um ein mögliches Aus für Kunstrasenplätze mit Plastik-Granulat gelassen um.

Das Gummigranulat auf Kunstrasenplätzen ist deutschlandweit der fünftgrößte Mikroplastikverursacher, gelangt durch Regen, Sturm und dem Anhaften an Schuhen der Spieler schnell in die Umwelt.
Das Gummigranulat auf Kunstrasenplätzen ist deutschlandweit der fünftgrößte Mikroplastikverursacher, gelangt durch Regen, Sturm und dem Anhaften an Schuhen der Spieler schnell in die Umwelt.  © Fredrik von Erichsen/dpa

"Der Deutsche Fußball-Bund und die Landesverbände haben das Problem erkannt, dennoch besteht noch kein Grund zur Panik", sagte SFV-Sprecherin Luise Böttger am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die Europäische Kommission will sogenanntes Mikroplastik, kleine Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser unter fünf Millimeter, verringern, weil dieses umweltschädlich sei. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) führt in diesem Zusammenhang öffentliche Befragungen durch, welche Auswirkungen es hätte, wenn weniger Mikroplastik-Granulat eingesetzt würde. Dieses wird unter anderem als Füllmaterial für Kunstrasen auf Fußballplätzen genutzt.

"Die EU-Verordnung kann frühestens im März 2020 in Kraft treten. Bis dahin wird von Seiten des Landesverbandes und des Deutschen Fußball-Bundes noch einiges getan, um den möglichen Inhalt der Verordnung zu prüfen und auch zu hinterfragen. Das heißt, es gilt noch etwas abzuwarten", erklärte Böttger.

In Sachsen gibt es derzeit etwa 230 Kunstrasenplätze. Die meisten seien mit Mikrogranulat verfüllt. "Aktuell tragen wir in Zusammenarbeit mit dem DFB Daten wie Baujahr, Größe, Füllmaterial oder jährliche Nachfüllmenge zu den Kunstrasenplätzen in Sachsen und Deutschland zusammen, um uns einen aktuellen Überblick über die Belastung der Umwelt durch den jährlichen Austrag von Mikroplastik in die Umwelt zu verschaffen", sagte Böttger.

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