Umzug - und dann? Tipps für die ersten Wochen im neuen Heim

Deutschland - Noch vor Jahrzehnten war es für den Großteil der deutschen Bevölkerung undenkbar, einfach umzuziehen. Heute ist das Kofferpacken für viele Singles – aber auch Familien – kein Thema mehr.

Mobilität ist der Schlüssel zur beruflichen Weiterentwicklung
Mobilität ist der Schlüssel zur beruflichen Weiterentwicklung  © Pixabay

Im Gegenteil: Gerade im Hinblick auf die berufliche Weiterentwicklung wird Mobilität zum Schlüssel. Laut einer auf Merkur.de zitierten Studie sind etwa zehn Prozent der Deutschen jedes Jahr „unterwegs“. Kein Wunder, dass ein neuer Job oder die Ausbildung heute oft der Grund sind, sich eine Wohnung zu suchen. Die Herausforderungen sind mannigfaltig und beginnen schon bei der Suche nach den eigenen vier Wänden. Danach geht es aber noch weiter. Wer umzieht, muss nicht nur Koffer packen: Der Umzug ist meist der Moment, endlich den Hausrat gründlich auszusortieren.

Parallel geht es spätestens an diesem Punkt darum, den eigentlichen Umzug zu organisieren. Wie das Ganze abläuft, richtet sich nach ganz unterschiedlichen Kriterien. Wer es sich leisten kann, greift zu professionellen Umzugshelfern. Diese übernehmen oft nicht nur den Transport. Umzugsunternehmen bieten inzwischen einen Rund-um-Service an – vom Abbau des Mobiliars bis hin zum Verpacken von Geschirr und Co. Damit ist es jedoch noch nicht getan. In den Tagen und Wochen nach dem Umzug muss sich jeder Haushalt einleben, einrichten – und um viele verschiedene Fragen kümmern. 

Etwa jeder zehnte Deutsche ist jedes Jahr beruflich "unterwegs".
Etwa jeder zehnte Deutsche ist jedes Jahr beruflich "unterwegs".  © Pixabay

Ummelden - wo und wie?

Grundsätzlich muss an diesem Punkt zwischen zwei Umzugsvarianten unterschieden werden:

  • Adresswechsel innerhalb des bisherigen Wohnorts
  • Umzug mit Wohnortwechsel.

Generell ist nach erfolgtem Umzug der erste Schritt das An-/Ummelden. Diese Tatsache schreibt der Gesetzgeber vor. Wie läuft das Ganze ab?

Allgemein steht für die Anmeldung eine Frist von einer Woche zur Verfügung. Diesen Zeitraum sollte jeder Zugezogene auch einhalten. Wird das Zeitfenster überdurchschnittlich lange – ohne triftigen Grund – überschritten, kann eine Strafe verhängt werden. Zentrale Anlaufstelle für alle Bürger ist das Einwohnermeldeamt. In größeren Städten ist dieses oft nach Stadtteilen organisiert.

Zu den benötigten Formularen gehören:

Letztere ist noch recht neu und erst seit Ende 2015 Pflicht. Ausgestellt durch den Vermieter, bescheinigt sie dem Inhaber das Bestehen eines Mietverhältnisses. Wichtig: Um Ärger zu vermeiden, ist auf ein zeitnahes Ausstellen der Bescheinigung zu achten. Versäumt der Vermieter dies, kann ein Überschreiten der Anmeldefrist bei der Meldung beim Einwohnermeldeamt dem Mieter natürlich nicht zur Last gelegt werden. Weitere Informationen zur Ummeldung lassen sich auf Umzugsratgeber.de finden.

Mit einem Nachsendeauftrag geht keine Post im alten Briefkasten verloren.
Mit einem Nachsendeauftrag geht keine Post im alten Briefkasten verloren.  © : pixabay©wolfields (CC0 1.0)

Ein Adresswechsel hat für alle Beteiligten Folgen. Je nachdem, wie weit der Betroffene verzieht, sehen sich Freunde und Verwandte nun nur noch unregelmäßig. Abseits dieser emotionalen Komponente geht es an diesem Punkt natürlich auch um die Post.

Heute finden Haushalte Schreiben von:

  • Behörden
  • Versicherungen
  • Banken
  • Verlagen (Stichwort Abo)

im Briefkasten. Der Stromversorger bekommt vom Umzug am ehesten etwas mit – durch die neue Lieferadresse. Und auch der Telefonanbieter ist diesbezüglich schnell im Bild.

Viele andere „Geschäftspartner“ erfahren vom Umzug erst etwas, wenn die Post als unzustellbar zurückgeht. An diesem Punkt haben Haushalte zwei Optionen:

  • bereits vor dem Umzug Informationsschreiben verschicken
  • einen Nachsendeauftrag einrichten.

Was hat es mit Letzterem auf sich? Ein Nachsendeauftrag wird der Post erteilt. Dabei handelt es sich um die Anweisung, sämtliche an die alte Wohnung adressierten Postsendungen umzuleiten.

Früher oder später werden Haushalte den Umzug aber bekannt geben müssen. Ein Nachsendeauftrag lässt sich nur für maximal 24 Monate einrichten. Zu achten ist an diesem Punkt auf die Tatsache, dass Paketsendungen und Päckchen vom einfachen Nachsendeauftrag nicht automatisch erfasst werden. Letztlich bietet der Nachsendeauftrag die Option, sich etwas Luft zu verschaffen – um an den wesentlichen Aspekten und Themen nach dem Umzug zu arbeiten. Schließlich muss jedes Familienmitglied sich jetzt erst einmal in Ruhe mit den neuen Gegebenheiten vertraut machen.

Weitere Tipps für die Wochen nach dem Umzug

Neben den bereits genannten Aspekten, die beim Umzug eine Rolle spielen, haben Haushalte auf weitere Punkte zu achten. Was ist auf keinen Fall zu vergessen?

Hausratversicherung anpassen: 

Leider haben noch nicht alle Haushalte diese Versicherung. Dabei ist der Schutz des Hausrats empfehlenswert. Grundsätzlich bemisst sich die Höhe der Versicherungssumme heute oft nach der bewohnten Quadratmeter-Zahl. Und auch die Postleitzahl spielt eine Rolle. Um Ärger mit dem Versicherer in einem späteren Schadensfall zu vermeiden, ist diesem der Umzug in jedem Fall mitzuteilen. In den ersten Wochen gilt der Schutz übrigens für alte und neue Wohnung. Grundsätzlich kann der Umzug aber auch genutzt werden, um sich am Markt nach dem allgemeinen Beitragsniveau umzusehen.

Auto unbedingt ummelden: 

Diesen Fakt vergessen Haushalte gern. In Deutschland muss sich aber nicht nur die Familie auf dem Einwohnermeldeamt vorstellen. Auch die Familienkutsche ist bei der zuständigen Behörde vor Ort anzumelden. Um diese Tatsache sollte kein Bogen gemacht werden. Andernfalls kann es auch hier teuer werden. Übrigens: Seit einiger Zeit muss das lieb gewonnene Kennzeichen nicht mehr abgegeben werden. Alte Kennzeichen dürfen behalten werden. Zu den benötigten Unterlagen einer Ummeldung gehören:

  • Personalausweis
  • Versicherungsbescheinigung
  • Zulassungsbescheinigung
  • HU-Nachweis

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