17-Jährige stirbt bei Unfall mit Quad: Wie gefährlich sind die Geländefahrzeuge?

Roth - Eine 17-Jährige verlor am Mittwochabend bei einem Unfall mit einem Quad in Bayern ihr Leben. Schwere Unfälle mit den Geländefahrzeugen kommen häufig vor. Grund dafür sind die besonderen Fahreigenschaften, wie der ADAC informiert.

Rettungskräfte bergen das verunfallte Quad in Mittelfranken.
Rettungskräfte bergen das verunfallte Quad in Mittelfranken.  © Friedrich/vifogra /dpa

Gegen 18.30 Uhr passierte es: ein 20-Jähriger und eine Jugendliche kamen auf einem Feldweg zwischen Finstermühle und Brunnau mit einem Quad von der Straße ab und überschlugen sich in einem Graben.

Der 20-Jährige wurde bei dem Unglück leicht verletzt; für die 17-Jährige kam jede Hilfe zu spät - sie erlag ihren Verletzungen noch an der Unfallstelle.

Wie es zu der Tragödie kommen konnte, war am Abend noch völlig unklar. Klar ist aber, dass es immer wieder zu schweren Unfällen mit Quads kommt.

Die besonderen Fahreigenschaften stellen gerade für noch ungeübte Fahrer eine Herausforderung da, wie der ADAC informiert.

Viele einfache Quads verfügen nämlich nicht über ein Differentialgetriebe, das den Fahrer in Kurven unterstützt, indem es zwei Räder unterschiedlich schnell antreibt. Ohne dieses Ausgleichsgetriebe wird die Kraft beim Gasgeben an alle Räder gleichmäßig verteilt.

Das könne laut Automobil-Club dazu führen, dass das Fahrzeug geradeaus aus der Kurve getrieben wird.

Quads haben sehr spezielle Fahreigenschaften, die gefährlich sein können

Eine weitere Herausforderung stellen die Ballonreifen des Geländefahrzeugs dar, die mit relativ wenig Druck gefahren werden. So reagiert das Quad erst indirekt auf Lenkmanöver. "Sie reagieren in Kurven zeitverzögert, dann aber plötzlich und heftig auf den Lenkwinkel. Dadurch lenken viele Fahrer zunächst zu stark ein", so der ADAC.

Da Quads über einen hohen Schwerpunkt und eine geringe Spurbreite verfügen, können sie bei zu starken Lenkmanövern leicht kippen, wenn der Fahrer nicht schnell genug durch die Verlagerung des Körperschwerpunkts oder Gegenlenken ausgleicht.

Der ADAC empfiehlt Quad-Neulingen dringend, sich vor dem privaten Einsatz auf einem Verkehrsübungsplatz mit Technik und Fahrverhalten des Fahrzeugs vertraut zu machen.

Titelfoto: Friedrich/vifogra /dpa

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