Frau hilft bei Unfall und muss 4500 Euro Strafe zahlen

Ospedaletto Euganeo (Italien) - Als vor ihrem Haus ein Motorradfahrer verunglückte, zögerte Maristella Scarmignan (56) nicht eine Sekunde, hinauszulaufen und zu helfen. Das blieb für die Hausfrau aus dem italienischen Ospedaletto Euganeo nicht ohne juristische Folgen!

In Italien half eine Frau (56) einem verunfallten Motorradfahrer und wurde dafür verurteilt. Denn zur Zeit des Unglücks war sie in Corona-Quarantäne. (Symbolbild)
In Italien half eine Frau (56) einem verunfallten Motorradfahrer und wurde dafür verurteilt. Denn zur Zeit des Unglücks war sie in Corona-Quarantäne. (Symbolbild)  © 123rf.com/rioblanco

Zu dem Vorfall kam es bereits am 23. April 2020. Die 56-Jährige befand sich zu der Zeit wegen einer Coronavirus-Infektion in Quarantäne.

Als die Frau plötzlich einen Knall auf der Straße hörte, sei sie schnell aus dem Haus gerannt, um nachzusehen, was passiert war.

Bald war klar, dass es einen Unfall gegeben hatte: Ein Mann verlor die Kontrolle über sein Motorrad, prallte gegen ein Verkehrsschild, stürzte und blieb anschließend verletzt in einem Graben liegen, berichtet die italienische Zeitung Il Mattino di Padova.

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"Er lag auf dem Boden, er war verwundet. Ich half ihm, weil er aufstehen wollte. Doch in seinem Zustand war das keine gute Idee", sagte Maristella Scarmignan. Schließlich wählte sie den Notruf, um Hilfe zu holen.

Als Polizei und Rettungsdienst vor Ort eintrafen, nahm die Geschichte zu Ungunsten der Ersthelferin ihren Lauf ...

Hartes Urteil vom Gericht

Denn die Beamten fanden heraus, dass sich Scarmignan in Quarantäne befand, und umgehend hatte die Frau auch schon eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die zu der Zeit in Italien gültigen Corona-Regeln am Hals. All ihre Appelle an die Vernunft und ihre Bitten um Verständnis für die Situation nützten nichts! Die Carabinieri blieben hart.

In der vergangenen Woche bekam Scarmignan einen Bescheid des Amtsgerichts, dass sie zu zwei Monaten Haft verurteilt ist. Die Strafe wurde durch eine Geldstrafe in Höhe von 4500 Euro ersetzt.

Damit ist die Verurteilte ganz und gar nicht einverstanden! Sie betonte, nicht vorbestraft zu sein und dass sie verurteilt wurde, weil sie einem Unfallopfer geholfen hatte. "Sollte ich ihn verletzt auf der Straße zurücklassen?", fragte sie.

Titelfoto: 123rf.com/rioblanco

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