Zug rast in auf Gleisen stehenden Traktor - Chaos für Pendler

Kirchhain - Eine Schrecksekunde für den Lokführer, gewaltiger Ärger für zahlreiche Berufspendler. So könnte das Fazit eines durchaus kuriosen Unfalls in Hessen lauten.

Der Lokführer leitete beim Erblicken des Traktors umgehend eine Notbremsung ein, konnte den Zusammenstoß aber nicht mehr verhindern.
Der Lokführer leitete beim Erblicken des Traktors umgehend eine Notbremsung ein, konnte den Zusammenstoß aber nicht mehr verhindern.  © DPA/Nadine Weigel

Am Mittwochabend kam es auf der Bahnstrecke zwischen Frankfurt am Main und Kassel in Höhe des mittelhessischen Kirchhain (Landkreis Marburg-Biedenkopf) zu einem Zusammenstoß zwischen einem Zug und einem auf die Gleise geratenen Traktor. Für die Polizei gilt es noch einige offene Fragen zu klären.

Wie Pressesprecher Ralf Ströher von der Bundespolizeiinspektion Frankfurt am Main in der Nacht auf Donnerstag berichtete, hatten Augenzeugen der Bundespolizei aus Kassel gegen 20.30 Uhr die Kollision zwischen dem Güterzug und der Landmaschine gemeldet.

Vor Ort bestätigte sich für die Ordnungshüter das geschilderte Szenario. Zudem ergaben erste Ermittlungen, dass der führerlose Traktor zuvor oberhalb der Bahnstrecke abgestellt worden sein musste und schließlich selbständig in die Schienen gerollt war. Vom Besitzer fehlte auch nach dem Unfall jede Spur.

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Als der Lokführer schließlich den Trecker vor sich erkannte, leitete er umgehend eine Notbremsung ein, konnte damit aber nicht verhindern, dass das Schienenfahrzeug mit dem Traktor kollidierte.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Zugführer leicht verletzt. Zudem sprang der Zug teilweise aus den Gleisen während eine Oberleitung in Teilen abgerissen wurde. Die betroffene Strecke wurde für den Zugverkehr vorerst gesperrt, was enorme Auswirkungen auf den Berufsverkehr am Donnerstagmorgen hatte.

Traktorfahrer weiterhin unbekannt: Pendler spüren Auswirkungen des Zusammenstoßes enorm

Derzeit können die Züge RE30, RB40, RB41 und RE98 den Streckenabschnitt zwischen Stadtallendorf und Kirchhain nicht befahren. Wie lange die Sperrung andauern wird, konnte ein Sprecher der Deutschen Bahn noch nicht prognostizieren. Andernorts wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Für die abschließenden Ermittlungen, wie es genau zu dem glücklicherweise weitestgehend glimpflich ausgegangenen Unfall kommen konnte, ist die Bundespolizei in Kassel zuständig.

Titelfoto: DPA/Nadine Weigel

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