Nach gewaltiger Explosion in Leverkusen: Bürger sollen weiterhin vorsichtig sein

Leverkusen - Nach der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage in Leverkusen geht die Suche nach den Vermissten weiter. Die Stadt hält ihre Bürger wegen niedergegangenen Rußpartikeln weiterhin zur Vorsicht an.

Die Suche nach Vermissten geht einen Tag nach der gewaltigen Explosion in einer Müllverbrennungsanlage in Leverkusen weiter.
Die Suche nach Vermissten geht einen Tag nach der gewaltigen Explosion in einer Müllverbrennungsanlage in Leverkusen weiter.  © Miklos Laubert

Wie schon am Vorabend würden im Chempark noch immer fünf Menschen vermisst, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am frühen Mittwochmorgen.

Die Nachlöscharbeiten liefen ebenfalls weiter. "Da gibt es keine neue Entwicklung."

Bei dem Unglück am Vortag waren nach Angaben von Chempark-Leiter Lars Friedrich vom Dienstagabend mindestens zwei Menschen gestorben. Die Zahl der Verletzten betrug demnach 31. Davon schwebte ein Mensch den Angaben zufolge in Lebensgefahr.

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Die Hoffnung, die Vermissten noch lebend zu finden, werde immer geringer, hatte Friedrich am Abend gesagt.

Die gewaltige Explosion, die nach Zeugenberichten im Umkreis von vielen Kilometern zu hören war, ereignete sich demnach im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig. Currenta erklärte, es hätten chlorierte Lösungsmittel gebrannt.

Die Ursache für die Explosion war zunächst weiter unklar. Das Unternehmen rechnete damit, dass es noch einige Zeit dauern könnte, bis es erste Erkenntnisse gibt.

Der Chempark ist nach Unternehmensangaben einer der größten Chemieparks Europas. An den drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen sind mehr als 70 Firmen angesiedelt.

Update, 13.05 Uhr: Leverkusener sollen wegen Ruß nach Explosion vorsichtig bleiben

Die Stadt Leverkusen hat ihre Bürger auch einen Tag nach der Explosion im Chempark wegen niedergegangenen Rußpartikel dazu angehalten, vorsichtig zu sein.
Die Stadt Leverkusen hat ihre Bürger auch einen Tag nach der Explosion im Chempark wegen niedergegangenen Rußpartikel dazu angehalten, vorsichtig zu sein.  © Oliver Berg/dpa

Nach der Explosion in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage hält die Stadt ihre Bürger wegen niedergegangenen Rußpartikeln weiterhin zur Vorsicht an.

Die Empfehlungen vom Vortag seien nach wie vor aktuell, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Noch gebe es keine genauen Analyseergebnisse des Landesumweltamtes (LANUV) zu den beobachteten Stoffen.

An Orten, an denen nach dem Unglück Rußniederschläge zu verzeichnen waren, sollen Leverkusener demnach vorsorglich kein Obst oder Gemüse aus dem Garten essen. Auch betroffene Gartenmöbel oder Pools seien besser zu meiden.

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Wer dringend im Garten arbeiten müsse, sollte dabei vorsorglich Handschuhe tragen. "Bitte keinen Ruß mit in die Wohnung tragen, das heißt die Schuhe ausziehen und vor der Haustür lassen", hieß es in dem Aufruf der Stadt.

Nach Angaben der Stadt waren nach der Detonation und der anschließenden Rauchwolke "cent- bis eurogroße Partikel" mit einer öligen Konsistenz registriert worden - vor allem im nahen Stadtteil Bürrig.

Das Landesumweltamt (LANUV) habe die Niederschläge begutachtet und sei in der Analyse. Ergebnisse seien allerdings nicht vor Donnerstag zu erwarten. Daher bleiben auch weiterhin die Spielplätze in den - nahe am Explosionsort gelegenen - Stadtteilen Bürrig und Opladen gesperrt, wie die Stadtsprecherin sagte.

Fenster könnten aber wieder geöffnet werden. Die Warnung sei aufgehoben.

Update, 12.30 Uhr: Warnung und Brandbekämpfung funktionierte laut Reul

Nach der verheerenden Explosion im Leverkusener Chempark waren nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul (68) in der Spitze 250 Feuerwehrkräfte und 200 Polizeibeamte am Dienstag im Einsatz.

Unter den vielen Verletzten seien zwei Menschen schwer und drei weitere schwerst verletzt. Weiterhin werde nach den Vermissten gesucht. Die Brandbekämpfung und die Warnung der Bevölkerung habe gut funktioniert.

In Gedanken sei Reul bei den Angehörigen und Freunden der Betroffenen, wie der Innenminister betonte. "Irgendwie erwischt es uns im Land reichlich."

Update, 11.14 Uhr: Polizei will am Donnerstag Explosionsort untersuchen

Am Donnerstag will die Polizei den Explosionsort im Leverkusener Chempark untersuchen.
Am Donnerstag will die Polizei den Explosionsort im Leverkusener Chempark untersuchen.  © Miklos Laubert

Nach der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage in Leverkusen will die Polizei am Donnerstag mit Untersuchungen am Unglücksort beginnen.

Geplant sei eine erste Begehung zusammen mit einem Sachverständigen und Verantwortlichen des betroffenen Leverkusener Chemparks, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Aktuell stehe noch die Suche nach vermissten Mitarbeitern im Vordergrund. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet.

Update, 9.41 Uhr: Suche nach Vermissten kann länger dauern

Die Suche nach den fünf Vermissten im Chempark Leverkusen kann nach Einschätzung der Feuerwehr noch länger dauern.

"Es ist die ganze Nacht gesucht worden und nachgelöscht worden und das wird heute im Laufe des Tages fortgesetzt", sagte der Leiter der Leverkusener Feuerwehr, Hermann Greven, in einem Interview von WDR2 am Mittwochmorgen. "Bis da endgültig Klarheit herrscht, wird es noch dauern", fügte er hinzu. Von der Einsatzstelle gehe im Moment keine Gefahr aus.

Rund 360 Einsatzkräfte seien nach der Explosion und dem Brand im Laufe des Tages im Einsatz gewesen.

Titelfoto: Miklos Laubert

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