Polo brettert bei Verfolgungsjagd durch die City und landet auf Terrasse

Meinerzhagen - "Es sollte eine einfache Verkehrskontrolle werden", beginnt die Polizei Märkischer Kreis in Nordrhein-Westfalen ihre Mitteilung über ein Verkehrsdelikt, dass es gut und gern auch ins Drehbuch eines Action-Films schaffen könnte. In der Hauptrolle: Ein angeblich beklauter Mann, der sich in viele Widersprüche verstrickt und am Ende als Täter entlarvt werden kann.

Der VW Polo rollte bergab, durchschlug einen Zaun und landete auf der Terrasse eines Wohnhauses.
Der VW Polo rollte bergab, durchschlug einen Zaun und landete auf der Terrasse eines Wohnhauses.  © Polizei Märkischer Kreis

Wie alles begann: 

Polizeibeamte wollten in der Nacht von Montag zu Dienstag um kurz nach Mitternacht einen VW Polo in der Meinerzhagener Oststraße kontrollieren. 

Weil er offensichtlich kein unbeschriebenes Blatt ist, gab der Fahrer des silberfarbenen Kleinwagens aber Gas und wollte sich den Ordnungshütern so entziehen. 

Natürlich nahmen die Polizisten die Verfolgung auf - schließlich musste der Mann etwas zu verbergen haben. Mit teilweise bis zu 100 km/h sei er über innerstädtische Straßen gebrettert, doch den Streifenwagen konnte er nicht abschütteln. 

In der Straße "Am Rothenstein" habe der Fahrer sein Fahrzeug nach links in eine abschüssige Zufahrt zu Wohnhäusern gelenkt. Beide Türen seien aufgeflogen, "Fahrer und Beifahrer nehmen die Beine in die Hand und laufen davon", berichten die Beamten. 

Einer der Polizisten verfolgte den Beifahrer bis zur Heinestraße, konnte ihn auf der Flucht zu Fuß einholen und zu Boden bringen. Den Fahrer mussten die Ordnungshüter laufen lassen, sie verloren ihn aus den Augen. 

Während der Aktion krachte es plötzlich. Der Fahrer hatte die Handbremse bei seiner waghalsigen Fluchtaktion nicht angezogen, woraufhin sich der Polo in Bewegung setzte, die Straße hinabrollte, einen Zaun durchschlug und erst auf der Terrasse eines Wohnhauses an der Fassade zum Stehen kam.

Doch das war noch nicht alles!

Nur wenige Minuten später rief ein "merklich schnaubender" Mann auf der Einsatzleitstelle in Iserlohn an und behauptete, dass sein VW Polo gerade in Meinerzhagen gestohlen wurde. Die zuvor eingesetzten Polizisten fuhren zum angeblichen Tatort und erkannten den geflüchteten Fahrer sofort wieder.

"Nach mehreren Nachfragen verstrickt er sich immer mehr in Widersprüche, blieb aber trotzdem bei seiner Version der Geschichte", teilten die Beamten mit. "Es ergaben sich Anhaltspunkte auf Cannabis-Konsum, den der Meinerzhagener (22) schließlich einräumte."

Polo, Smartphone und Führerschein des 22-Jährigen wurden sichergestellt. Gegen ihn wird nun u.a. wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Trunkenheit im Verkehr sowie Verkehrsunfallflucht ermittelt.

Titelfoto: Polizei Märkischer Kreis

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