Herbst-Gefahren für Autofahrer: Das müsst Ihr bei Wildunfällen beachten

Sachsen - Seit Dienstag ist metereologischer Herbst, die Tage werden wieder kürzer, es gibt häufiger Nebel und bald beginnt auch das Laub zu fallen. Doch die Herbstzeit ist auch Wildunfallzeit! Was tun, wenn's kracht?

Im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen.
Im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen.  © 123RF/ budabar

Wenn die Dämmerung einsetzt, flitzen gern mal Rehe, Hirsche oder auch Wildschweine über die Straße. Allzu oft kommt es dabei auch zu Unfällen, so wie Ende August in Großweitzschen. Eine Opel-Fahrerin (37) erfasste auf der S34 ein Wildschwein, das gerade über die Straße wechselte. 

An dem Opel entstand ein Schaden von 2000 Euro. Das Schwein kam ums Leben. Nur wenige Minuten später erfasste noch ein BMW-Fahrer (24) das auf der Straße liegende Schwein. An dem Fahrzeug entstanden 4000 Euro Schaden. Die beiden Fahrer hatten Glück im Unglück, sie blieben unverletzt.

Laut Deutschem Jagdverband (DJV) kam es in der Herbst-/Winter-Saison 2018/2019 zu mehr als 230.000 Wildunfällen in ganz Deutschland. In Sachsen waren es mehr als 8500. Am häufigsten erwischte es dabei Rehwild (6590) und Schwarzwild (1620).

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Langsames und umsichtiges Fahren kann vor vielen Unfällen schützen. Wer statt 100 nur 80 km/h fährt, kann seinen Bremsweg um 25 Meter verringern und so einen Unfall verhindern. Wenn ein Tier am Straßenrand auftaucht, sollte man laut der Experten vom DJV das Tempo drosseln, hupen und die Scheinwerfer abblenden.  

Aber Vorsicht: Die Tiere sind oft nicht allein unterwegs.

Versicherung braucht Wildunfallbescheinigung

Es wird Herbst: Nebelfelder ziehen über das Erzgebirge bei Zwönitz.
Es wird Herbst: Nebelfelder ziehen über das Erzgebirge bei Zwönitz.  © André März

Wenn ein Unfall nicht mehr verhindert werden kann, sollten Autofahrer das Lenkrad festhalten und keine Ausweichmanöver starten. Wenn Reh, Wildschwein & Co. den Unfall überleben, sollten Fahrer einen Sicherheitsabstand einhalten. 

Die Tiere können nicht nur Krankheiten übertragen, sondern auch um sich treten. Nie das verletzte Tier mitnehmen, das gilt als Wilderei!

Falls das Tier in der Lage ist, von der Unfallstelle zu flüchten, nicht folgen, sondern bei der Unfallmeldung die Fluchtrichtung schildern. Dann sucht der zuständige Jagdpächter nach dem Tier.

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Auf keinen Fall sollten betroffene Autofahrer nach einem Wildunfall einfach weiterfahren. Wie bei jedem anderen Unfall auch, muss die Unfallstelle abgesichert und die Polizei informiert werden. Wenn ein Wildunfall nicht gemeldet wird, begeht der Fahrer eine Ordnungswidrigkeit und riskiert ein Bußgeld. 

Nach einem Wildunfall bekommt man von der Polizei oder dem zuständigen Forstamt eine Wildunfallbescheinigung für die Versicherung. "Schäden am Fahrzeug können nur über eine bestehende Teil- oder-Vollkaskoversicherung reguliert werden", erklären die Experten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG).

Für Autofahrer ist aber nicht nur Wild eine große Gefahr im Straßenverkehr: Regen und Laub können für rutschige Fahrbahnen sorgen, Nebel die Sichtverhältnisse beeinträchtigen, sodass besondere Obacht geboten ist. 

Titelfoto: 123RF/ budabar, Andre März

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