Tempo 60 nicht möglich, Verkehr stockt: A20-Behelfsbrücke gleicht einer Buckel-Piste

Tribsees/Langsdorf - Mehr als ein Jahr nach dem Auftun eines riesigen Lochs auf der Autobahn A20 bei Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern (TAG24 berichtete), sollte die Behelfsbrücke Mitte Dezember für die anvisierte Verkehrsentspannung führen. Doch nun zeigt sich: Die Staus sind geblieben.

Nach der Freigabe der 773 Meter langen Behelfsbrücke für die teilweise im Moor versunkene Ostseeautobahn A20 spricht Christian Pegel (M), Landesverkehrsminister, zu den Journalisten.
Nach der Freigabe der 773 Meter langen Behelfsbrücke für die teilweise im Moor versunkene Ostseeautobahn A20 spricht Christian Pegel (M), Landesverkehrsminister, zu den Journalisten.  © DPA

Verkehrsminister Christian Pegel (44, SPD) weihte die Brücke vor gut drei Wochen ein. Ein Provisorium für die nächste Zeit, bis die Autobahn wieder im alten Glanz erstrahlt.

Die Brücke soll zunächst den Verkehrsfluss im Nordosten wieder barrierefrei herstellen und die in Mitleidenschaft gezogenen Ortschaften auf den Umgehungsstraßen die Ruhe zurückschenken.

Doch die Feiertage legten nun ein ganz anderes Bild offen. Wenngleich auf den Umfahrungen nicht mehr viel los ist, staut es sich auf der A20 nun umso mehr. Aber warum? Der Verkehr sollte doch eigentlich wieder reibungslos fließen.

"Während der Feiertage kam es immer mal wieder zu Stauerscheinungen", berichtet Ronald Normann, Abteilungsleiter im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, der Ostsee-Zeitung.

Grund sollen die Fahrbahnverengungen von zwei auf eine Spur sowie das erhöhte Verkehrsaufkommen gewesen sein.

Diese Schwellen sorgen für stockenden Verkehr auf der A20.
Diese Schwellen sorgen für stockenden Verkehr auf der A20.  © DPA

Ein Kfz-Meister aus Bad Sülze wollte die Staumeldungen nicht glauben und mischte sich für eine Testfahrt in den Verkehr.

"Bei erlaubten 60 km/h müsste der Verkehr doch fließen. Aber jetzt ist mir das klar", erklärt er gegenüber der OZ.

Sein Fazit: "Die Leute bremsen plötzlich auf 25 km/h runter, wenn sie über den ersten Huckel gefahren sind. Das ist eine richtige Unfallquelle." Die Huckel sind sogenannte Stahlschwellen über den Dehnungsfugen zwischen den Brückensegmenten.

Für den Kfz-Meister allerdings eine Unfallquelle. "Das geht auf die Stoßdämpfer. Ich kann mir vorstellen, dass hier so manches ältere Auto den Auspuff verliert." So schlimm hätte er es selbst nicht erwartet.

Während man sich aber nun in den angrenzenden Ortschaften über die Verkehrsentlastung freut, herrscht auf der Autobahn nach wie vor großer Ärger. Der Bürgermeister von Langsdorf, Hartmut Kolschewski (65, parteilos), will von Ärger allerdings nichts wissen: "Unsere Freude über die Brücke hält an." Das könnten also spannende Monate oder sogar Jahre werden mit dem Provisorium.

Mehr zum Thema Unfall A20:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0