Unglaublich dreist: Betrüger fälscht Dokumente, um Feuerwehrkamerad zu werden

Bautzen - Übel, was sich da ein Wahl-Bautzener erlaubt hat: Nach seinem Umzug in die ostsächsische Stadt bewarb sich ein Betrüger bei der Freiwilligen Feuerwehr mit gefälschten Dokumenten.

Eric Kris B. grinste vor Gericht in die Kamera.
Eric Kris B. grinste vor Gericht in die Kamera.  © LausitzNews/Jens Kaczmarek

So ein Fall ist Jan Kaczmarek noch nicht untergekommen: Der Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bautzen-Mitte lernte Eric Kris B. kennen, als er sich bei seiner Feuerwache bewarb.

B. legte diverse Unterlagen vor, die ihm viele abgeschlossene Lehrgänge bestätigten. Doch einige Zettel sahen komisch aus, sagte er am heutigen Mittwochmorgen am Bautzener Amtsgericht.

Er fragte bei der ausstellenden Feuerwehr in Baden-Württemberg nach, doch dort soll Eric Kris B. nie den Truppmann-Lehrgang abgeschlossen haben.

Besonders dreist: Bei der Freiwilligen Feuerwehr kann man auch ohne diese Kurse einsteigen. Jedermann darf sich in seiner Freizeit ehrenamtlich engagieren. Die Fälschung soll also völlig sinnlos gewesen sein.

Als ob diese dreiste Aktion nicht schon genug wäre, legte der Betrüger noch ordentlich nach:

Der Wahl-Bautzener wollte einen Handyvertrag abschließen und lag dafür einen gefälschten Handelsregisterauszug vor. Den Vodafone-Mitarbeitern ist dieser Betrug jedoch auch aufgefallen.

Seine kriminellen Machenschaften hörten bei diesen zwei Taten jedoch noch lange nicht auf.

Auf eBay verkaufte er zwei Goldkettchen für 650 und 850 Euro, die jedoch nur billiger Modeschmuck waren. Auch einen Laptop bot er zum Verkauf an. Als sich ein Käufer fand, wickelte er den Deal soweit ab, versandt aber nicht.

Wie ein Gerichtssprecher am Mittwochmittag auf TAG24-Nachfrage mitteilte, gestand B. alle Taten. Der zuständige Richter Dirk Hertle folgte der Forderung der Verteidigung und verurteilte den Wiederholungstäter zu einem Jahr Haft ohne Bewährung. Er soll sich aktuell noch bis Januar 2020 in Strafhaft befinden, weshalb keine Bewährung möglich sei.

Dabei wurden die Dokumenten-Fälschungen jedoch nicht verfolgt, da strittig ist, ob diese Kopien als Urkundenfälschungen betrachtet werden können.

Titelfoto: LausitzNews/Jens Kaczmarek

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