Unglaublich! Sind Mitarbeiter bei Notrufen nicht ans Telefon gegangen?

Karlsruhe - Bei einem Notfall zählt jede Sekunde! Doch stellt Euch vor, Ihr wählt die 112, es klingelt - und niemand hebt ab!

Mitarbeiter sollen auch durch lange Telefonate die Notrufleitung blockiert haben. (Fotomontage/Symbolbild)
Mitarbeiter sollen auch durch lange Telefonate die Notrufleitung blockiert haben. (Fotomontage/Symbolbild)  © DPA

Was unfassbar klingt, soll bei der Integrierten Leitstelle (ILS) Rhein Neckar in Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis) passiert sein, wie der SWR berichtet. Der Sender bezieht sich auf interne Protokolle aus diversen Mitarbeiterversammlungen.

Demnach gibt es Vorwürfe, dass Disponenten Notrufe, die bei der ILS eingingen, nicht angenommen haben. Genauer: Notrufe, die über 112 in Ladenburg eingegangen sind. Die Mitarbeiter hätten laut SWR-Angaben frei nach dem Motto "es wird schon einer drangehen" gehandelt! Obendrein sollen Mitarbeiter der ILS lange unwichtige Telefonate geführt, so die Notrufleitung blockiert haben.

Nun habe der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) die Zusammenarbeit mit dem Träger der ILS, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), aufgekündigt. Bis spätestens Ende September sei für den ASB Schluss. Und damit nicht genug: Qualitativ soll die ILS Rhein Neckar grottig sein!

Der SWR beruft sich auf einen Bericht der Stelle zur Qualitätssicherung im Rettungsdienst in Baden-Württemberg. Dessen Fazit: Die ILS habe die schlechteste Annahmezeit von Notrufen im ganzen Bundesland. Und weiter: Bis das Telefon in der Leitstelle klingelt bis zum Alarmieren von Rettungskräften oder Notarzt vergehen ganze sechs Minuten. Diese sogenannte Erstbearbeitungszeit sei eine der schlechtesten im Bundesland.

Beim Deutschen Roten Kreuz zeigte man sich gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender überrascht. Die Leitstelle in Ladenburg funktioniere laut DRK sehr gut, so die Geschäftsführerin des Kreisverbands Rhein-Neckar, Caroline Greiner.

Titelfoto: DPA


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