Uni Leipzig will Trauerbewältigung per Internet ermöglichen

Trauerbewältigung per Internet soll bald möglich sein. (Symbolbild).
Trauerbewältigung per Internet soll bald möglich sein. (Symbolbild).  © DPA

Leipzig - Wenn ein geliebter Mensch stirbt, bricht für die Hinterbliebenen oft eine Welt zusammen. In einigen Fällen ist eine Therapie notwendig, um den Schmerz verarbeiten zu können. Die Universität Leipzig will in einer Studie herausfinden, inwieweit das auch per Internet möglich ist.

Dafür suchen die Leipziger Forscher derzeit nach 100 Hinterbliebenen von Menschen, die an einer hämatologischen Krebserkrankung verstarben. Dazu gehören Leukämie, Lymphome und multiple Myelome.

"Unsere Studien konnten bislang zeigen, dass Internettherapien bei langen, intensiven Trauerreaktionen sehr gut wirksam sind. Sie weisen mit einer ambulanten Psychotherapie vergleichbare Behandlungseffekte auf", versichert Studienleiterin Anette Kersting von der Uni Leipzig.

Dabei hat die internetbasierte Trauerbewältigung gegenüber dem Gang zum Therapeuten zwei entscheidende Vorteile: Sie ist leichter zugänglich und passt sich dem Terminkalender des Patienten an.

So müssen Betroffene nicht mehr wochen- oder sogar monatelang auf einen Therapieplatz warten. Außerdem können die Patienten von zu Hause aus teilnehmen und die Aufgaben des Therapeuten dann erledigen, wenn sie dafür Zeit haben.

Die Therapie im Rahmen der Studie dauert fünf Wochen. Die Teilnehmer erhalten zweimal pro Woche eine strukturierte Schreibaufgabe, die sie Zuhause zu einem selbst gewählten Termin erledigen. Innerhalb eines Werktags gibt es eine Rückmeldung vom persönlichen Therapeuten sowie eine neue Schreibaufgabe.

Darin geht es zunächst um die eigene Auseinandersetzung mit dem schmerzhaften Verlust. Im Anschluss sollen die Betroffenen eine neue Perspektive auf den Verlust ihres Angehörigen gewinnen. Den Trauernden soll die Therapie außerdem dabei helfen, die Kontrolle über ihr eigenes Leben zurückzugewinnen.


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