Skurriler Test gegen Basel: Warum fuhren 150 Union-Fans trotz Heimspiels in die Schweiz?

Berlin - Der 1. FC Union zeigte im Testspiel eine anständige Leistung. Beim 2:2-Unentschieden kam auch Neuzugang Carlos Mané zum Einsatz. Aus besonderen Gründen können 150 Union-Fans das Testspiel nicht vor Ort verfolgen.

Carlos Mané spielt für den 1. FC Union Berlin auf Leihbasis.
Carlos Mané spielt für den 1. FC Union Berlin auf Leihbasis.  © DPA

Die Generalprobe für das erste Punktspiel in 2019 der Eisernen ist trotz eines Unentschieden geglückt. In einem ausgeglichenen Spiel gegen den FC Basel konnten die 2406 Fans in der alten Försterei Tore von Sebastian Polter und Grischa Prömel feiern.

Für Trainer Urs Fischer stand dieses Spiel unter einem besonderen Stern, denn für den Schweizer bedeutete die Partie gegen den Ex-Verein eine Reise in die eigene Vergangenheit.

Mit dem FCB feierte er zweimal die Meisterschaft und konnte auch den Pokal gewinnen. Nicht nur die persönliche Geschichte des Trainers stach als Besonderheit heraus. Das Spiel litt schon im Voraus unter einer völlig verkorksten Organisation.

Eigentlich sollte der Test in Basel stattfinden. Für das reisefreudige Union-Volk eine schöne Möglichkeit das Nachbarland mal genauer unter die fußballerische Lupe zu nehmen. Es kam dann doch alles anders.

Urs Fischer geht mit gemischten Gefühlen ins kommende Heimspiel gegen den 1. FC Köln.
Urs Fischer geht mit gemischten Gefühlen ins kommende Heimspiel gegen den 1. FC Köln.  © DPA

Die Schweizer Behörde verhinderte das Spiel, aus Überlastungs-Gründen der örtlichen Polizei.

Für die Union-Anhängerschaft bedeutete diese Absage eine große Enttäuschung, da einige schon ihre Reisen organisierten, buchten und letztendlich nicht mehr stornieren konnten.

Für die "Eisernsten" der Union-Fans, die trotz Spielverlegung nach Basel fuhren, wurde vor Ort ein Ersatzprogramm erstellt.

Die Verantwortlichen des FC Basel organisierten eine kostenlose Stadionführung, mit anschließendem Essen. Bei Bratwurst und Bier bekamen die Unioner einen interessanten Blick ins Baseler Klub-Innenleben.

FCB-Sprecher Simon Walter zeigte sich gegenüber der "Bild" begeistert: „So etwas haben wir noch nicht erlebt. Wir freuen uns über das große Interesse der Unioner an unserem Stadion.“

Als FCB-Trainer Marcel Koller (58) am Rande des Spiels vom Union-Besuch erfuhr, zeigte er sich ebenfalls beeindruckt: „Ich hoffe, sie werden vom Stadion begeistert sein.“ Unions Reiseorganisator Filip Schnuppe in "Bild" (32): „Wir wurden sehr gastfreundlich empfangen.“

Neben diesen schönen Fan-Erlebnissen wurde dennoch Fußball gespielt. Für Trainer Fischer brachte das Spiel unterschiedliche Erkenntnisse. Vor allem mit den Treffern der Baseler haderte er gegenüber der "BZ": „Bei den Gegentoren haben wir uns nicht gut angestellt."

In der Defensive musste der Schweizer ordentlich durchwechseln. Stamm-Torwart Rafal Gikiewicz (31) fehlte aus familären Gründen, Innenverteidiger Florian Hübner wurde geschont und sein neuer Backup/Konkurrent Nicolai Rapp (22) verletzte sich beim Aufwärmen. Das Lazarett sollte sich aber bis zum Heimspiel am Donnerstag lichten.

Vor dem Jahresauftakt am Donnerstag steht die Integration von Carlos Mané (21) als einer der wichtigsten Punkte auf der Liste. Der Portugiese zeigte schon im Stuttgarter Aufstiegsjahr seine enorme Qualität (sechs Tore, neun Vorlagen), die Union in der harten Rückrunde helfen soll.

Unions-Anhang sorgte mit der Reise nach Basel für Begeisterung der FCB-Verantwortlichen.
Unions-Anhang sorgte mit der Reise nach Basel für Begeisterung der FCB-Verantwortlichen.  © DPA

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