Jedes halbwegs geeignete Gebäude kann Asylheim werden

Innenminister Markus Ulbig (51, CDU) mit Landeskommandeur Helmut Baumgärtner (59). Die Bundeswehr beherbergt derzeit 271 Flüchtlinge in Dresden.
Innenminister Markus Ulbig (51, CDU) mit Landeskommandeur Helmut Baumgärtner (59). Die Bundeswehr beherbergt derzeit 271 Flüchtlinge in Dresden.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Die Lage in Sachsen spitzt sich zu: Durch die Flüchtlinge aus Ungarn muss der Freistaat noch mehr Asylbewerber aufnehmen als gedacht. Innenminister Markus Ulbig (51, CDU) erhöht den Druck.

Am Wochenende wurde erstmals eine aktiv genutzte Bundeswehrliegenschaft zur Flüchtlingsunterkunft: die Offizierschule des Heeres in Dresden. Geplant sei, dass die Flüchtlinge dort 14 Tage bleiben. Allerdings ist das letzte Wort noch nicht gesprochen! Dies sei abhängig von der Entwicklung, so Innenminister Markus Ulbig (51, CDU).

Er braucht dringend weiter Objekte: „Die Beschaffung der Immobilien läuft auf Hochtouren.“ Alle ansatzweise geeigneten Gebäude kämen in Betracht.

Ulbig: „Es gibt die klare Vorgabe, dass wir diese Woche weitere Objekte brauchen.“ Künftig sollen Bundesliegenschaften vermehrt und intensiver miteinbezogen werden.

Ulbig: „Wir werden das ein oder andere Tabu brechen.“ Dazu gehört etwa die Unterbringung von Flüchtlingen in Bundeswehreinrichtungen, die auch von Soldaten belegt sind.

In Leipzig soll eine Halle der Neuen Messe genutzt werden. Sie bietet Platz für bis zu 2000 Asylsuchende. Laut bild.de wird auch in Dresden geprüft, ob in der Messe im Ostra-Gehege Asylbewerber einziehen könnten.

Auf die Frage, was er mache, wenn Landkreise nicht genügend Objekte melden: „Über die Eskalationsstufen werden wir zu gegebener Zeit sprechen.“

Es bleibe das Ziel, alle Flüchtlinge bis Ende Oktober aus den Zelten zu holen. „Es ist aber davon abhängig, wie wir den Zugang bewältigen. Wir kommen teilweise an unsere Grenzen“, so Ulbig.

Allein im Juli sind mehr als 4000 neue Asylbewerber nach Sachsen gekommen.

Foto: Steffen Füssel


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