"Unverschämt": SPD-Chef Schulz sauer über erneute Merkel-Kandidatur

Martin Schulz ist über Merkels Verhalten empört. (Bildmontage)
Martin Schulz ist über Merkels Verhalten empört. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Berlin - SPD-Chef Martin Schulz (61) hält es für unverschämt, dass die CDU-Vorsitzende Angela Merkel (63) für den Fall von Neuwahlen schon wieder ihre Kanzlerkandidatur erklärt hat.

Im Interview mit dem Fernsehsender RTL sagte Schulz am Montagabend: "Dass Frau Merkel jetzt schon wieder ins Fernsehen rennt und ihre Kandidatur verkündet, finde ich, ist auch eine Missachtung der Gespräche, die der Bundespräsident ja gerade von allen Parteien angemahnt und eingefordert hat." Es sei auch ein Verstoß gegen demokratische Gepflogenheiten, eine solche Kandidatur den "erstaunten Untertanen" im Fernsehen zu erklären. Das sei bei der SPD anders.

Merkel hatte nach dem Abbruch der Jamaika-Sondierungen im ARD-"Brennpunkt" erklärt, sie sei "eine Frau, die Verantwortung hat und auch bereit ist, weiter Verantwortung zu übernehmen". Schulz hatte bereits erklärt, dass er im Fall von Neuwahlen als Parteivorsitzender das Vorschlagsrecht für den kommenden Kanzlerkandidaten habe. Er ließ aber offen, ob er selbst erneut als Spitzenkandidat antreten würde.

Nach dem Scheitern der Jamaika-Gespräche will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit allen beteiligten Parteivorsitzenden und auch mit Schulz über Möglichkeiten einer Regierungsbildung sprechen, wie TAG24 berichtete.

Die SPD-Spitze hat eine Neuauflage der großen Koalition mit der Union aber bereits ausgeschlossen. Steinmeier trifft sich am Mittwoch mit Schulz. Bis zum Montagabend hatte Merkel den SPD-Vorsitzenden noch nicht kontaktiert, hieß es aus der SPD.

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