Tornado-Alarm: Schwere Unwetter! Erstes Todesopfer

In Niedersachsen musste die Feuerwehr Bäume beseitigen.
In Niedersachsen musste die Feuerwehr Bäume beseitigen.  © DPA

Hamburg - Schwere Unwetter wüten derzeit über Deutschland. Bei Hamburg wurde sogar ein Tornado gesichtet.

Über die gesamte Bundesrepublik ziehen derzeit schwere Gewitter hinweg. Besonders schwer betroffen derzeit ist der Norden Deutschlands!

In Hamburg hat es am Donnerstag einen Tornado gegeben. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete, Meteorologen der Luftfahrtberatung hätten den typischen "Luftschlauch" um 11.37 Uhr etwa zehn Kilometer vom Flughafen entfernt gesichtet.

Der DWD-Tornado-Beauftragte Andreas Friedrich sagte, es habe sich allerdings um einen schwachen und nur kurzlebigen Tornado von wenigen Minuten gehandelt. Der Sturm zudem nur kurz "Bodenkontakt" hatte - daher seien die Auswirkungen wohl nur gering.

Die Feuerwehr Hamburg schrieb auf Twitter, man habe keine eigenen Erkenntnisse über einen solchen Wirbelsturm.

In Magdeburg (Sachsen-Anhalt) haben die angekündigten schweren Unwetter eingesetzt.
In Magdeburg (Sachsen-Anhalt) haben die angekündigten schweren Unwetter eingesetzt.  © DPA

Trotzdem sind die Einsatzkräfte im Dauereinsatz. Der Bahnverkehr zwischen Hamburg, Kiel und Bremen ist eingestellt. "Durch das starke Unwetter und umgestürzte Bäume kommt es zu Fahrplaneinschränkungen", teilte ein Sprecher der Privatbahn Metronom mit. Betroffen seien die Linien von Uelzen, Bremen und Cuxhaven nach Hamburg. Züge könnten gar nicht mehr oder nur mit großen Verspätungen fahren.

Die "sehr explosiven Voraussetzungen" für Tornados wären vorhanden sagte Friedrich. Die Wahrscheinlichkeit sei im Norden und Osten der Republik besonders hoch. Wer die typischen Luftwirbel eines Tornados sichtet, sollte das Naturspektakel keineswegs am Fenster beobachten, warnte Friedrich. "Am besten ist es, in den Keller zu gehen und auf jeden Fall nicht vor Türen und Fenstern zu stehen", sagte er.

Wer im Auto unterwegs sei, solle dort nicht sitzen bleiben: "Das Auto kann zur tödlichen Falle werden".

Auch in Berlin prasselt derzeit der Regen.
Auch in Berlin prasselt derzeit der Regen.  © DPA

Der Einlass beim Hurricane Festival verzögerte sich, da schwere Unwetter über das Gelände zogen (TAG24 berichtete). Die Polizei forderte die Menschen auf, Schutz zu suchen. Die Veranstalter rieten erst am Freitag anzureisen. Auch rund um Magdeburg und Berlin sind die Feuerwehren derzeit im Dauereinsatz. Dort hätten die Feuerwehrkräfte vor allem mit umgestürzten Bäumen zu kämpfen. Wie die Polizei in Magdeburg auf Twitter mitteilte seien die Rettungsleitstellen aufgrund des Unwetters nur eingeschränkt erreichbar.

Auch in Sachsen sind schwere Unwetter möglich. Ab dem Nachmittag ist mit lokal schweren Gewittern, großem Hagel und Orkanböen zu rechnen.

Update 15.50: In Magdeburg verzeichnet die Feuerwehr derzeit mehr als 100 unwetterbedingte Einsätze. Die Berliner Feuerwehr vermeldet den „Ausnahmezustand Wetter“. Primär gelte jetzt bei Notrufen: "Leben retten und danach die Abarbeitung von Sachschäden."

Update 15.34 Uhr: Die ersten Unwetter ziehen jetzt auch nach Sachsen herein. Betroffen ist der Bereich zwischen Delitzsch und Torgau. Hier warnt der Deutsche Wetterdienst vor Starkregen mit bis zu 30 Litern auf dem Quadratmeter pro Stunde.

Update 15.25 Uhr: Das Unwetter hat sein erstes Todesopfer gefordert. In der Nähe von Uelzen ist ein 50 Jahre alter Mann gestorben. Er wartete am Donnerstag während des Sturms in einem Auto auf einem Parkplatz in Holdenstedt, als ein Baum auf den Wagen stürzte. Seine Frau überlebte leicht verletzt, für den Mann kam jede Hilfe zu spät, sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg.

Unweit davon wurde eine Radfahrerin auf einer Hauptstraße ebenfalls von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt

Diese Frau wurde in Sachsen-Anhalt vom Unwetter erwischt. Am Nachmittag ging über der Landeshauptstadt ein schweres Unwetter nieder. Temperatursturz von 32 auf 17 Grad.
Diese Frau wurde in Sachsen-Anhalt vom Unwetter erwischt. Am Nachmittag ging über der Landeshauptstadt ein schweres Unwetter nieder. Temperatursturz von 32 auf 17 Grad.  © DPA
In der Nähe von Uelzen ein ist 50 Jahre alter Mann gestorben. Er wartete am Donnerstag während des Sturms im Auto auf einem Parkplatz in Holdenstedt, als ein Baum auf den Wagen stürzte.
In der Nähe von Uelzen ein ist 50 Jahre alter Mann gestorben. Er wartete am Donnerstag während des Sturms im Auto auf einem Parkplatz in Holdenstedt, als ein Baum auf den Wagen stürzte.  © DPA

Titelfoto: DPA


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