Unwetter wüteten in Deutschland: Chaos auf Straßen und Flughäfen

Deutschland - Schwere Gewitter und starke Regenfälle haben für enormen Schaden in weiten Teilen Deutschlands gesorgt. Am Donnerstagabend traf es vor allem den Süden und Westen Deutschlands.

Wartende Fluggäste am Flughafen Stuttgart während des Unwetters.
Wartende Fluggäste am Flughafen Stuttgart während des Unwetters.  © DPA

Flugausfälle in Stuttgart und Frankfurt, überflutete Straßen und Keller: Im Südwesten, in Hessen und Nordrhein-Westfalen haben am Donnerstagabend wieder heftige Unwetter gewütet.

Am Stuttgarter Flughafen war am Donnerstagabend wegen des Unwetters über Stunden die Abfertigung eingestellt.

"Ich gehe davon aus, dass der Betrieb am Freitag normal stattfinden wird", sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen.

Passagiere und Mitarbeiter hatten am Abend in Flugzeugen, Fahrzeugen oder im Gebäude gewartet. Mehrere Flüge waren annulliert worden.

Ein Fahrzeug, in dem ein Mitarbeiter des Airports saß, wurde vom Blitz getroffen.

Der Mitarbeiter wurde in ein Krankenhaus gebracht. Wie schwer er verletzt wurde, war zunächst nicht bekannt.

Baugrube bei Mannheim droht einzustürzen

In Hessen wurden der kleine Ort Erzen-Gesäß von Wassermassen überflutet.
In Hessen wurden der kleine Ort Erzen-Gesäß von Wassermassen überflutet.  © DPA

Nach heftigen Regenfällen droht bei Mannheim eine Baugrube am City-Airport der Stadt einzustürzen.

Starkregen hatte sich auf einem benachbarten Parkplatz "etwa knöchelhoch" aufgestaut und war in der Nacht zum Freitag teilweise in die Baugrube geflossen, teilte ein Sprecher der Polizei in Mannheim mit.

Technisches Hilfswerk und Feuerwehr waren mit schwerem Gerät im Einsatz, um Wasser aus der Grube zu pumpen. Die Spundwände an den Seiten der Grube wurden mit rund 2000 Sandsäcken befestigt.

Auch eine nahegelegene Straße musste gesperrt und eine Umleitung eingerichtet werden. Die Sperrung soll bis zum Vormittag andauern.

Der Flugbetrieb am Flughafen Mannheim lief normal weiter.

In NRW vor allem Sauerland, Ruhrgebiet und Rheinland getroffen

Der Blitz hatte in Bonn den Dachstuhl in Brand gesetzt.
Der Blitz hatte in Bonn den Dachstuhl in Brand gesetzt.  © Feuer- und Rettungsdienst Bonn

In Nordrhein-Westfalen waren vor allem das Sauerland, das Ruhrgebiet und das Rheinland betroffen.

In Plettenberg im Nordwesten des Sauerlandes führte Starkregen nach Polizeiangaben zu Ausfällen von Ampelanlagen, vollgelaufenen Kellern und hochgedrückten Gullydeckeln.

"Die Lage hatte sich zum Abend wieder beruhigt", sagte eine Polizeisprecherin am frühen Freitagmorgen.

In Bonn brannten zwei Dachstühle nach Blitzeinschlägen, wie die Feuerwehr mitteilte. Verletzte gab es nicht.

Die Einsatzkräfte hatten zudem mit vollgelaufenen Kellern und durch Blitzschläge verursachten Baumbränden zu kämpfen.

Flughafenverkehr in Frankfurt kurzeitig gestoppt

Nach einem schweren Gewitter mit Starkregen stehen Autos auf einem teilweise überflutetem Parkplatz in Mannheim.
Nach einem schweren Gewitter mit Starkregen stehen Autos auf einem teilweise überflutetem Parkplatz in Mannheim.

In Hessen traf es vor allem das Rhein-Main-Gebiet. Am Frankfurter Flughafen konnten am Abend zeitweise keine Flugzeuge mehr starten und landen.

Laut Flughafenbetreiber Fraport fielen rund 180 Flüge aus. In einem Frankfurter Krankenhaus legte nach Polizeiangaben ein vom Starkregen ausgelöster Stromausfall den Betrieb größtenteils lahm.

Große Teile der Klinik mussten evakuiert werden, wie ein Polizeisprecher sagte. In Südhessen verursachte der Starkregen einen Verkehrsunfall mit zwei Leichtverletzten. Fotos zeigten, wie in der Ortschaft Etzen-Gesäß im Odenwald Anwohner durch überflutete Straßen wateten.

In der Nacht zum Freitag klangen die Gewitter ab - doch die Verschnaufpause währt wohl nur kurz.

Ab Mittag rechnen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wieder mit Schauern und Gewittern. Lokal herrsche wieder Unwettergefahr, teilte der DWD auf seiner Homepage mit.

Gewitter wüteten im Süden und Westen Deutschlands, wie hier in Fried.
Gewitter wüteten im Süden und Westen Deutschlands, wie hier in Fried.  © DPA

Titelfoto: DPA


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