Hier wird eine Tankstelle vom Unwetter weggespült

Wuppertal - Durch ein Unwetter hatten am Dienstagnachmittag Teile Nordrhein-Westfalens mit riesigen Wassermassen zu kämpfen. Besonders schlimm traf es Wuppertal, wo eine Tankstelle und ein Dach der Universität einstürzten. Der Verkehr kam vielerorts zum Erliegen, auch der Zugverkehr wurde beeinträchtigt.

Das eingestürzte Dach begrub mehrere Autos unter sich.
Das eingestürzte Dach begrub mehrere Autos unter sich.  © DPA

Das Dach einer Tankstelle an der B7 in Wuppertal konnte den Wassermassen nicht standhalten.

Durch das Unglück wurde ein Autofahrer leicht verletzt. Er rettete sich aus seinem Auto. Insgesamt standen 14 Autos unter dem Dach.

Auch das Dach eines Universitätsgebäudes ist durch den starken Regenfall eingestürzt. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen keine, wie die Uni nach dem Unwetter am Dienstagnachmittag auf ihrer Webseite mitteilte.

Zudem stünden der Keller sowie Teile des Erdgeschosses mindestens zweier Gebäude unter Wasser. "Nach ersten Einschätzungen ist der Ausmaß des Schadens erheblich", erklärte Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch.

Zahlreiche Straßen wurden überflutet, mehrere Gullydeckel wurden hochgedrückt und dadurch mehrere Autounfälle verursacht. In mindestens einem Fall soll das Wasser rund 70 Zentimeter hoch gestanden haben.

"In Wuppertal steht die komplette Stadt unter Wasser", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes am späten Nachmittag in Essen. Er schätzte, dass dort in kurzer Zeit mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren.

Die Deutsche Bahn stellte in der Region Wuppertal ihren Zugverkehr ein. Teilweise seien Gleise vom Regen überspült worden. "Die Züge stehen alle am Bahnsteig", sagte ein Sprecher in Düsseldorf. Maßnahmen für Ersatzverkehr seien in die Wege geleitet worden. Die Bahn riet Fahrgästen, sich mit der Bahn-App über die Lage zu informieren.

Auch Aachen, Duisburg und weitere Städte betroffen

Überflutete Straßen gab es nicht nur in Wuppertal.
Überflutete Straßen gab es nicht nur in Wuppertal.  © DPA

Neben Wuppertal gab es auch in anderen Städten überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und Gebäudeschäden.

Heftige Regenfälle gab es auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag 450 Notrufe. Man habe Hilfe aus den Nachbarkommunen angefordert, sagte ein Sprecher. In einem Stadtteil von Aachen fiel zeitweise der Strom aus, nachdem ein Wassereinbruch einen Kurzschluss in einem Trafohäuschen verursacht hatte.

Wegen des Unwetters wurde der Gedenkakt zum 25. Jahrestag des Brandanschlags in Solingen abgebrochen. Ein Wolkenbruch war während der Veranstaltung über den Platz der Feier niedergegangen.

In Duisburg lief Wasser in den Keller des Polizeipräsidiums, wie die Beamten via Twitter mitteilten.

Nach dem heftigen Unwetter hat die Feuerwehr in Solingen vor Hochwasser in der Wupper gewarnt. In Unterburg und Wipperkotten wurde die Bevölkerung am Dienstagabend aufgerufen, Häuser zu sichern und sich in höher gelegenes Gelände zu begeben. "Die Wupper steht hoch", sagte auch eine Sprecherin der Stadt Wuppertal.

Auch in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens war der Bahnverkehr beeinträchtigt. Verspätungen gab es etwa in den Regionen Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Aachen sowie im Kreis Euskirchen. Bei Nettersheim wurde die Autobahn 1 überschwemmt, bei Duisburg stand zumindest ein Teil der Autobahn unter Wasser.

Der Deutsche Wetterdienst hatte seit dem Nachmittag immer wieder mit amtlichen Warnungen auf die Gefahren durch die Gewitter hingewiesen. Mit einem Abklingen rechnete ein DWD-Experte erst für die Nacht auf Mittwoch.

TAG24 berichtete im Liveticker

19.20 Uhr: In Ratingen bei Düsseldorf gab es durch das Unwetter bereits mehr als 150 Einsätze der Feuerwehr im ganzen Stadtgebiet. Die Feuerwehr bittet die Anwohner, geringe Wasserschäden selbstständig zu beseitigen.

19.08 Uhr: Das Unwetter traf Nordrhein-Westfalen sehr ungleichmäßig. Besonders betroffen sind vor allem Aachen, Duisburg und Wuppertal. Die Wassermassen sorgen für Chaos und Überschwemmungen, wie auf vielen Bildern und Videos zu sehen ist

19.05: Die Wassermassen haben auch vor einigen Autobahnen keinen Halt gemacht. Die A59 steht beispielsweise bei Duisburg teilweise unter Wasser.

18.57 Uhr: Auch wenn die Straße zum Fluss geworden ist, wird an der roten Ampel in Wuppertal gewartet.

18.50 Uhr: Im Bergischen hat es besonders die Hansestadt Wipperfürth getroffen. Starkregen und Hagel sorgten hier für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr.

18.46 Uhr: Beim Einsturz des Daches am Campus Haspel in Wuppertal gab es laut Gebäudedezernat keine Verletzten. Im Foyer des Gebäudes HA war das Dach eingestürzt. Zudem stehen die Keller in HA und HB unter Wasser.

18.40 Uhr: In Aachen gab es ebenfalls massive Regenfälle. Viele Straßen und Plätze stehen unter Wasser. Auch die RWTH, die Hochschule der Stadt, wurde geflutet, wie auf Videos zu sehen ist.
Die Gedenkveranstaltung in Solingen musste abgebrochen werden.
Die Gedenkveranstaltung in Solingen musste abgebrochen werden.  © DPA
18:34 Uhr: Aufgrund des Unwetters musste auch die Gedenkveranstaltung zum Anschlag vor 25 Jahren in Solingen abgebrochen werden.

In der Nacht des 29. Mai 1993 hatten vier rechtsradikale Männer das Haus der türkischstämmigen Familie Genc in Nordrhein-Westfalen angezündet. Fünf Frauen und Mädchen starben.

18.20 Uhr: Auch andere Städte in Nordrhein-Westfalen sind betroffen. Ein Video zeigt, wie es in Halle des Duisburger Bahnhofs hinein regnet.

18.10 Uhr: Auch die City-Arkaden in Wuppertal-Elberfeld sind betroffen. Das Erdgeschoss des Einkaufszentrums wurde teilweise überflutet.

17.50 Uhr: Offenbar ist auch das Dach der Wuppertaler Universität durch das Unwetter eingebrochen. Ein auf Twitter gepostetes Video zeigt, wie die Wassermassen in das Gebäude eindringen.

Titelfoto: Twitter/Doktor_MacKoi


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