Herzlos! Besitzer lassen Hund mit etwas Futter und Kuscheldecke einfach zurück

Sven Kirchhoff geht davon aus, dass Fritz vorsätzlich ausgesetzt wurde.
Sven Kirchhoff geht davon aus, dass Fritz vorsätzlich ausgesetzt wurde.

Gütersloh - Es ist jedes Jahr gleich: Der Urlaub steht vor der Tür. Alles schön und gut - wenn da der Hund nicht wäre, den man nirgends abgeben kann.

So denken offenbar viele Deutsche. Die Folge: Das Haustier wird einfach achtlos ausgesetzt. Jedes Jahr passiert das rund 70.000 Mal! So erging es vermutlich auch einem kleinen Jack-Russell-Terrier in Gütersloh-Spexard.

In der Nähe der Josefschule an der Bruder-Konrad-Straße wurde der kleine Vierbeiner an einem Zaun angebunden - und somit vorsätzlich ausgesetzt, wie das Tierheim Gütersloh auf Facebook berichtet. Bei dem völlig verängstigten Zier entdeckte der Finder etwas Futter, ein bisschen Wasser und eine Kuscheldecke.

"Fritz war völlig fertig, als er zu uns kam. Wir wissen nicht, wie lange er schon angebunden war", erzählt Tierheim-Mitarbeiter Sven Kirchhoff gegenüber der Neuen Westfälischen. Er schätzt ihn nicht älter als zwei oder drei Jahre.

Obwohl er so herzlos zurückgelassen wurde, sei der kleine Hund aber sehr aufgeweckt und menschenfreundlich. Aber man merkt, dass er wohl keine richtige Erziehung genossen hat.

Bei Fritz wurde etwas Futter und Wasser sowie eine Kuscheldecke gefunden.
Bei Fritz wurde etwas Futter und Wasser sowie eine Kuscheldecke gefunden.

Gechippt oder tätowiert wurde Fritz ebenfalls nicht. Daher ist es schwierig, herauszufinden, wer ihn ausgesetzt hat. Jetzt soll er erst mal für die nächsten zwei Wochen im Tierheim bleiben.

So lange haben seine Besitzer die Möglichkeit, sich doch noch einmal zu besinnen und ihren Anspruch auf den Jack-Russell-Terrrier anzumelden. Ob das allerdings Erfolg hat, hält Kirchhoff für eher unwahrscheinlich.

Sollte der Besitzer sich doch melden, droht ihm eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, eine empfindliche Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro und eine hohe Tierheim-Rechnung.

Pro Tag berechnet das Tierheim nämlich 14 Euro und zusätzlich kämen auch noch Tierarztkosten hinzu. "Da kommt schon eine anständige Summe zusammen."

Seit auch über Facebook auf Fritz und sein Schicksal aufmerksam gemacht wurde, ist die Resonanz groß. Über 480 Mal wurde der Beitrag bereits geteilt.

Erste Hinweise auf die ehemaligen Besitzer soll es ebenfalls schon geben. Bleibt zu hoffen, dass Fritz' zukünftige Herrchen liebevoller sind.


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