Urteil für den Vergewaltiger vom Elberadweg steht fest!

Dresden - Der Vergewaltiger vom Elberadweg muss nicht nur für vier Jahre und zwei Monate hinter Gitter.

Das Landgericht Dresden wies Chris R. (25) mit dem Urteil auch in eine geschlossene Psychiatrie ein.
Das Landgericht Dresden wies Chris R. (25) mit dem Urteil auch in eine geschlossene Psychiatrie ein.  © Ove Landgraf

Das Landgericht Dresden wies Chris R. (25) mit dem Urteil am Donnerstag auch in eine geschlossene Psychiatrie ein.

"Von Ihnen sind weitere solcher Taten zu befürchten", begründete die Richterin. Der Analphabet hatte im Sommer 2018 bei Riesa eine herzkranke Frau (40) vergewaltigt. Trotz erdrückender Beweise bestritt der Täter alles bis zum Schluss.

Kopfschüttelnd und schier bockig hörte Chris R. die Begründung der Richterin: "Spuren von Ihnen am Opfer, am Tatort, an Gegenständen, die Sie berührten. Klare Angaben des Opfers. Sie haben diese Tat begangen", so die Juristin.

Für die Kammer ist erwiesen, dass Chris sein Opfer an jenem Sommernachmittag eine Weile beobachtete und verfolgte. "Dann fragten Sie die Frau nach dem Weg. Sie stieg vom Rad und antwortete. Mit den Worten "Jetzt ist Schluss mit lustig" griffen Sie die Frau an, zerrten sie ins angrenzende Sonnenblumenfeld und vergewaltigten sie mehrfach."

Zwar sei der Täter mit einem IQ von 58 "minderbegabt", agierte aber geplant, überlegt und kriminell. Die Richterin: "Sie haben der Frau sogar den Mund zu gehalten, wenn Sie fürchteten, Leute auf dem Radweg könnten sie bemerken."

Die Folgen für die herzkranke Frau waren dramatisch: Sie hatte Suizidgedanken. Eine geplante Herzoperation musste verschoben werden, weil die Ärzte einen Eingriff ihn ihrem Zustand für unverantwortlich hielten.

Im Prozess kam heraus, dass Chris R. nicht nur Analphabet ist. Der Täter sei laut Gutachterin hochgradig impulsiv, habe unter "sexuellem Triebdruck" gehandelt und sei schon als Jugendlicher durch diverse Gewalthandlungen aufgefallen, aber nie richtig therapiert worden.

"Deshalb glauben wir, dass ihnen in einer geschlossenen Psychiatrie mehr geholfen wird als in einer Haftanstalt. Wie lange Sie allerdings dort bleiben und wie lange Sie therapiert werden müssen, ist noch nicht abzuschätzen." Heißt: Wann Chris R. die Psychiatrie wieder verlassen darf, steht in den Sternen.

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