Sexueller Sadismus: 28-Jähriger wandert wegen Angriffen auf Prostituierte in Haft

Rostock - Ein 28-Jähriger hat zwei Prostituierte angegriffen und sie beinahe getötet. Nun wurde er vom Landgericht Rostock zu acht Jahren Haft verurteilt.

Der 28-jährige Angeklagte (links) spricht mit seinem Anwalt.
Der 28-jährige Angeklagte (links) spricht mit seinem Anwalt.  © Stefan Tretropp

Er habe seine Taten aus einem Hang zu sexuellem Sadismus heraus begangen, befand das Landgericht Rostock am Montag und ordnete zusätzlich die Sicherungsverwahrung an.

Damit wird verhindert, dass der Mann nach Verbüßung seiner Haftstrafe freikommt. Diese Maßnahme muss in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

Den Opfern wurde zudem ein Schadenersatz von 7000 beziehungsweise gut 10.100 Euro zuerkannt.

Ausführlich stellte der Vorsitzende Richter dar, dass sich bei dem Mann schon früh der Hang zum sexuellen Sadismus gezeigt habe.

Er werde durch die Fantasie sexuell erregt, eine Frau zu würgen und leiden zu sehen. Dies sei erstmals im Grundschulalter aufgetreten, als er eine solche Szene in einem TV-Film gesehen habe.

Daraufhin habe er eigene Fantasien entwickelt, die bis heute durchgehend bestehen. Ab 2016 habe er sich dann näher mit Sadismus beschäftigt. Dazu dienten etwa sogenannte Snuff-Videos, in denen der Missbrauch von Frauen bis zu deren allerdings nicht realem Tod dargestellt wird.

Anfängliche Vorbehalte, dass nach dem Würgen der Frauen fast immer deren Tod eintrat, habe er schnell überwunden, stellte der Richter fest.

Der Angeklagte, der ein Lehramtsstudium abgebrochen hatte, habe aber festgestellt, dass er diese Fantasien nicht in festen Beziehungen ausleben wollte.

Beide Frauen kämpfen weiter gegen Folgen der Taten

Der Angeklagte sitzt mit einer Fußfessel im Saal des Landgerichts. (Archivbild)
Der Angeklagte sitzt mit einer Fußfessel im Saal des Landgerichts. (Archivbild)

Laut Anklage hatte der Mann im Oktober 2018 eine 33-jährige und im Januar 2019 eine 40-jährige Frau über ein Erotik-Portal im Internet zu sich nach Hause eingeladen.

Dort würgte er sie beziehungsweise verletzte sie mit einem Messer. Er gab im Prozess allerdings an, sich an Details nicht erinnern zu können.

Dies nahm ihm das Gericht nicht ab. Die Einsicht und Steuerungsfähigkeit war laut Gutachter vollständig vorhanden gewesen. Beide Frauen hätten durch die Taten weiterhin massive Folgen physischer und psychischer Natur zu tragen.

Zu seinen Gunsten bewertete das Gericht, dass der Mann bei seinen Taten nicht das Ziel gehabt habe zu töten.

Bei seinem zweiten Opfer habe er sogar die Rettungskräfte alarmiert, nach dem die zunächst totgeglaubte Frau wieder atmete. Ebenfalls positiv sei zu werten, dass er unverschuldet an dem Hang zu Sadismus leide und therapiebereit sei.

Die Sicherungsverwahrung begründete das Gericht mit dem hohen Gewaltpotenzial der Taten. Er habe die Taten trotz der Tatsache begangen, dass sich beide Frauen bei ihren Ehemännern abgemeldet hätten und nur er als Täter infrage gekommen war.

Der Hang zu diesen Taten sei auch daran festzumachen, dass der Mann nach der ersten Tat zunächst entdeckt wurde, auf freiem Fuß blieb und trotzdem ein Vierteljahr später die zweite Tat beging.

Die Staatsanwaltschaft zeigte sich zufrieden mit dem Urteil, der Verteidiger sagte nach dem Urteil, dass er und sein Mandant den Gang in die Revision prüfen werden.

Er verwies darauf, dass es sich die Kammer mit ihrem Urteil zur Sicherungsverwahrung nicht leicht gemacht habe. "Was diese Entscheidung angeht, besteht natürlich ein Spielraum."

Titelfoto: Stefan Tretropp


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