Freispruch! Überraschendes Urteil im Prozess gegen Marineausbilder

Flensburg - Im Misshandlungsprozess gegen einen Ausbilder der Marine ist am Dienstag ein überraschendes Urteil gefallen.

Der Angeklagte beim Prozessauftakt im Landgericht Flensburg.
Der Angeklagte beim Prozessauftakt im Landgericht Flensburg.  © DPA

Der 52-jährige Berufssoldat war angeklagt, bei einer Ausbildungsfahrt in der dänischen Südsee im September 2016 einen Gefreiten mit dem Fuß in den Rücken getreten zu haben (TAG24 berichtete).

Auch zwei andere Offiziersanwärter sollte er wegen kleiner Fehler geschlagen und getreten haben.

Jetzt wurde der Ausbilder der Marine überraschend freigesprochen. Die Zweifel, die sie habe, ließen keine andere Möglichkeit zu, sagte die Richterin am Dienstag bei der Urteilsverkündung.

Sie gehe nicht davon aus, dass die betroffenen Offiziersanwärter bewusst die Unwahrheit gesagt haben, so die Richterin. Allerdings hätten die Aussagen kein rundes Bild ergeben.

Im Detail seien sie zu unterschiedlich gewesen. Für die Richterin steht zwar fest, dass es Körperlichkeiten, vielleicht auch Körperlichkeiten im Grenzbereich gegeben habe. Aber Tritte oder Schläge mit Vorsatz ließen sich ihrer Ansicht nach nicht feststellen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 70 Euro gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.


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