Klage! Ist Kaffee mit Chemikalien vergiftet, die Krebs auslösen?

Mit einer Klage sollen Warnschilder wegen Acrylamids für Kaffee-Produkte in den USA erzwungen werden.
Mit einer Klage sollen Warnschilder wegen Acrylamids für Kaffee-Produkte in den USA erzwungen werden.  © DPA

USA - Ein Richter in Kalifornien wird demnächst entscheiden müssen, ob Kaffee eine Warnung enthalten muss. Diese soll darauf hinweisen, dass Kaffee Chemikalien enthält, von denen bekannt ist, dass sie Krebs verursachen - Acrylamid ist der Auslöser.

Eine langwierige Klage, die von Starbucks und etwa 90 anderen amerikanischen Unternehmen, einschließlich Lebensmittelgeschäften und Einzelhandelhändlern Warnhinweise für Kaffee-Produkte fordert, kommt bald zu ihrem Ende.

Die Kläger verlangen Warnzeichen über eine gefährliche Chemikalie, die zwar nahezu überall - von Haushaltsprodukten bis hin zu Arbeitsplätzen und in der Umwelt - gefunden wird, aber eben auch im Kaffee, den fast jeder zu sich nimmt.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht Acrylamid, ein Karzinogen, das auch in gekochten oder frittierten Lebensmitteln wie Pommes Frites vorkommt. Aber dieses natürliche Nebenprodukt entsteht eben auch beim Kaffeeröstungs-Prozess.

Die Kaffeeindustrie hat das Vorhandensein der Chemikalie bereits anerkannt, behauptet jedoch, dass es sich um unbedenkliche Mengen handele und die Vorteile des Kaffeetrinkens überwiegen würden.

Ist Kaffee gesund oder schädlich?

Auch Pommes Frites enthalten Acrylamid.
Auch Pommes Frites enthalten Acrylamid.  © DPA

Ein Urteil zugunsten des relativ unbekannten amerikanischen "Rats für Toxikologie und -Giftforschung" könnte mit eventuellen "astronomischen Strafen einen Ruck durch die Branche bringen" und so viele Verbraucher aufschrecken. Noch sei allerdings unklar, wie sich ein neues Gesetz auf die Trinkgewohnheiten der Menschen auswirke.

Der beteiligte Anwalt Metzger sagt, das "größere Ziel sei, die Industrie zu motivieren, die Chemikalie eher gänzlich aus dem Kaffee zu entfernen", was auch seiner eigenen "Drei-Tassen-pro-Tag-Lösung" zugute käme. "Ich bin süchtig - wie zwei Drittel der Bevölkerung", sagt Raphael Metzger.

"Ich möchte, dass die Industrie Acrylamid aus dem Kaffee holt, damit meine Sucht mich nicht dazu zwingt, das Gift zu mir zu nehmen."

Laut dem "Gesetz über sicheres Trinkwasser" bzw. dem "Giftdurchsetzungsgesetz", das 1986 angenommen wurde, können Privatpersonen, Interessengruppen und Anwälte im Namen des Staates Klage erheben und einen Teil der zivilrechtlichen Strafen durchsetzen.

Anwalt Metzger vertrat den Rat in einem Fall, der später von dem Generalstaatsanwalt aufgegriffen wurde und dazu führte, dass sich Kartoffelchiphersteller im Jahr 2008 bereiterklärten, drei Millionen US-Dollar zu zahlen und Acrylamid aus ihrem Produkt zu entfernen (TAG24 berichtete).


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