Rote Flut! Deshalb verenden immer mehr Tiere

Florida (USA) - "Red Tide" (Rote Flut) soll schuld daran sein, dass Walhaie, Schildkröten, Delfine tot an Stränden angespült werden.

160,9 Kilometer Küstenlinie sind schon von der "Roten Flut" betroffen.
160,9 Kilometer Küstenlinie sind schon von der "Roten Flut" betroffen.  © facebook/Matt Devitt WINK Weather

Delfine, Seekühe und sogar ein Walhai sind jüngst tot an Stränden des Golfs von Mexiko angespült worden. Die Einheimischen nennen es die "rote Flut" Floridas. "Rote Flut", weil die Algen-Blüten der Mikroorganismen-Art so tiefrote leuchtet.

Diese "Blüte" ist ein jährliches Ereignis in den Gewässern um Florida. In diesem Jahr dauerte die rote Blüte länger an - bis zu neun Monate. Dadurch wurden mehr Meereslebewesen als üblich getötet.

Warum gibt es eine so lange Blüte? Es wird angenommen, dass eine Kombination aus Küstenverschmutzung und nährstoffbeladenem Wasser, das in den warmen Gewässern des Golfs aus dem Lake Okeechobee gespült wird, diese besonders starke "rote Flut" verursacht hat.

WINK-TV Nachrichten-Meteorologe Matt Devitt postete Bilder auf seiner Facebook-Seite von Fischen, Stachelrochen, Manatis, Schildkröten und einem Walhai, die allesamt verendet sind.

Die Rote Flut "muss ein Weckruf für uns sein"

Es wird angenommen, dass die Kombination aus Küstenverschmutzung und nährstoffbeladenem Wasser zur Katastrophe führt.
Es wird angenommen, dass die Kombination aus Küstenverschmutzung und nährstoffbeladenem Wasser zur Katastrophe führt.  © facebook/Matt Devitt WINK Weather

"Die Fotos sind brandneu vom Juli, die meisten von Lee County", schrieb er. "Wir hatten auch Probleme für Collier, Charlotte und Sarasota Counties", berichtet der Nachrichten-Mann gegenüber ABC-News.

Nach Angaben des US-amerikanischen Netzwerks CNN war der diesjährige Effekt der "roten Flut" auf das Meeresleben beispiellos. Die Nachrichtenagentur sagte, dass bisher etwa 160,9

"Das ist entsetzlich, was wir jetzt aushalten, aber es muss ein Weckruf für die Menschen sein, dass sauberes Wasser nicht nur für die Tierwelt wichtig ist", sagte Sanibel's Tierärztin Heather Barron gegenüber dem Miami Herald. "Als die Person, die mit all diesen Hunderten von sterbenden Tieren beschäftigt ist, bin ich zutiefst verärgert."

Bereits im Jahr 2016 gab es dieses Massensterben - damals im Süden Chiles. 40.000 Tonnen Lachse verendeten in den Fischfarmen der Region Los Lagos. Zwischen Dezember und Februar wurden auf der Insel Santa Maria Tausende tote Tintenfische angespült, Wochen später verwandelten 8000 Tonnen verwesende Sardinen die Strände um die Mündung des Flusses Queule in einen Fisch-Friedhof.

Es folgten Zehntausende von toten Macha-Muscheln auf der Insel Chiloé. Und auch Wale und Robben bleiben nicht verschont.

Milliarden Algen der Art Pseudochattonella verruculosa überziehen das Wasser mit dem roten Teppich. Rund um die Welt treten solche Phänomene immer wieder auf.

Derzeit kennen Experten ungefähr 100 Algenarten, die toxische Verbindungen produzieren können. Damit sind die Giftmischer eine verschwindend kleine Minderheit unter den mehr als 10.000 Algenspezies der Weltmeere. Ihr Arsenal aber hat es in sich. Denn es enthält hochwirksame Nervengifte, die sich in der Nahrungskette anreichern.

Giftige Algenblüten sind keineswegs ein neues Phänomen, in Europa sind sie schon seit mehr als hundert Jahren bekannt. Es gibt allerdings Indizien dafür, dass sie Meeresregionen rund um die Welt mittlerweile häufiger und heftiger heimsuchen.

Titelfoto: facebook/Matt Devitt WINK Weather


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