Immer mehr tote Kinder wegen Grippevirus

In den USA tobt die Grippewelle derzeit besonders stark - unter den Opfern sind viele Kinder.
In den USA tobt die Grippewelle derzeit besonders stark - unter den Opfern sind viele Kinder.  © DPA

Columbus (USA)/Sachsen - In Sachsen gab es bereits die zweite Grippetote. In der vergangenen Woche starb nach Angaben des Sozialministeriums in Dresden eine 90-Jährige im Landkreis Görlitz an der Influenza. In den USA aber tobt die Grippewelle derzeit akut.

Daraus resultieren neue beunruhigende Zahlen über den tödlichen Grippevirus. Besonders viel Kinder sind in dieser Saison betroffen.

Die CDC (die amerikanische Gesundheitsbehörde) berichtet, dass nunmehr 16 weitere Kinder im ganzen Land gestorben seien. Damit steigt die landesweite Zahl der Todesfälle durch "Kindergrippe" auf die Anzahl von 53.

Die diesjährige Grippesaison sei besonders heftig, mit mindestens 40 gemeldeten Todesfällen allein im Bundesstaat Ohio, so die Gesundheitsbehörde. In diesem Bundesstaat gab mehr als 8600 Influenza-bedingte Krankenhaus-Aufenthalte in dieser diese Grippe-Saison - bis jetzt!

Auch Ärzte schlägen Alarm! Sie erklären, dass die Zahl der mit der Grippe infizierten Menschen noch höher zu sein scheint, da nicht jeder zum Arzt ginge, wenn er erkrankt ist.

"Wir sehen in den letzten ein oder zwei Wochen zwar eine leichte Abnahme der Gesamtzahl der Menschen mit Grippe, aber es gibt noch immer viele", sagt der Medizinische Direktor Glenn Williams vom dortigen Gesundheitsamt.

Viele stellen die Frage: Wie kann man an Influenza sterben?

Nur 4,4 Prozent der Betroffenen in Sachsen erkrankten trotz Schutzimpfung.
Nur 4,4 Prozent der Betroffenen in Sachsen erkrankten trotz Schutzimpfung.  © DPA

"Das Grippevirus kann tief in Ihrer Lunge stecken, das Immunsystem reagiert, und man bekommt Schleim und Flüssigkeiten in der Lunge. Hier entwickeln sich andere Bakterien und verursachen eventuell eine Lungenentzündung", sagte Williams. Laut Williams sind Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene über 65 am meisten gefährdet.

"Bei anderen Betroffenen gelangen diese Bakterien in den Blutkreislauf und verursachen eine Sepsis. Diese kann sich auch auf die Organe legen. Das könne ebenfalls dazu führen, dass man stirbt."

Zweiter Grippe-Todesfall in Sachsen - Erkrankungszahl stark erhöht

In Sachsen gibt es zwei Grippetote. In der vergangenen Woche starb nach Angaben des Sozialministeriums in Dresden vom Freitag eine 90-Jährige im Landkreis Görlitz an der Influenza. Aus verschiedenen Kreisen würden zudem kleinere Häufungen von Erkrankungsfällen in Kliniken, Schulen und Familien mit je zwei bis fünf Betroffenen gemeldet. Die Landesuntersuchungsanstalt (LUA) berichtete über eine erhebliche Zunahme der Meldezahlen insgesamt.

Ende der vierten Januarwoche standen insgesamt 3006 Influenza-Fälle seit Saisonbeginn Mitte Oktober zu Buche und damit doppelt so viele wie eine Woche zuvor.

Nur 4,4 Prozent der Betroffenen erkrankten trotz Schutzimpfung. Knapp ein Viertel aller Erkrankten war über 45 Jahre alt, jeweils 17 Prozent 25- bis 44-jährige Erwachsene und fünf- bis neunjährige Kinder. Mitte Januar war eine 91-Jährige mit Vorerkrankungen in einem Altenheim im Landkreis Zwickau gestorben. Im Winter 2016/2017 erkrankten 16.700 Menschen in Sachsen an Influenza, 73 starben.