USA stationieren neue Atombomben in Deutschland

Die Tornados der Bundeswehr können künftig mit Atombomben bestückt werden.
Die Tornados der Bundeswehr können künftig mit Atombomben bestückt werden.

Büchel - Im Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Phalz sollen neue amerikanische Atombomben stationiert werden, mit denen auch die Tornodas der Bundeswehr bestückt werden können.

Das geht aus Recherchen des ZDF-Magazins "Frontal 21" hervor. Demnach sind in den US-Haushalt im 3. Quartal 2015 Gelder eingestellt, um das neue Atombombensystem B61-12 in Deutschland stationieren zu können.

Diese sollen gegen die bisher in Büchel gelagerten Atombomben ausgetauscht werden. Sie gelten als deutlich zielgenauer als die alten Systeme.

Im Kriegsfall würden deutsche Tornados mit diesen Waffen Angriffe fliegen. Damit verstößt Deutschland offenbar gegen den Atomwaffensperrvertrag.

Russland reagierte auf diese Informationen kritisch: "Uns beunruhigt, dass Staaten, die eigentlich keine Atomwaffen besitzen, den Einsatz dieser Waffen üben - und zwar im Rahmen der NATO-Praxis der Nuklearen Teilhabe“, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, gegenüber Frontal21.

"Das ist eine Verletzung der Artikel 1 und 2 des Vertrages über die Nichtverbreitung von Atomwaffen."

2010 hatte der Bundestag mit großer Mehrheit beschlossen, dass sich die Bundesregierung bei den Amerikanern mit Nachdruck für den Abzug der in Deutschland stationierten Atombomben eintreten soll.

Auch im Koalitionsvertrag von 2009 hatte die schwarz-gelbe Bundesregierung einen Abzug der Atomwaffen zugesichert.

Danach sieht es nun mit der Stationierung von 20 neuen Bomben nicht mehr aus. Außerdem werden in den kommenden Jahren 112 Millionen Euro in den Bundeswehrstandort Büchel investiert, um die Landebahn des Flugplatzes zu modernisieren.

Fotos: dpa


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