Tragischer Zwischenfall: Mann stirbt nach Kot-Transplantation

USA - Tragischer Zwischenfall in einem Krankenhaus in den USA! Dort ist ein Patient nach einer Fäkaltransplantation gestorben.

Jede Stuhlprobe muss vor der Transplantation auf gefährliche Erreger untersucht werden.
Jede Stuhlprobe muss vor der Transplantation auf gefährliche Erreger untersucht werden.  © 123rf.com/Sirirat Makprasert

Der Mann starb, nachdem man ihm eine mit Keimen belastete Stuhlmenge transplantierte, berichtet die "New York Times".

Normalerweise wird bei der Fäkaltransplantation (diskret auch Bakteriotherapie genannt) Menschen mit schweren Darmerkrankungen Kot von Gesunden übertragen.

Derzeit forschen Wissenschaftler weltweit noch an der Methode. Denn unumstritten ist sie nicht. Zwar hilft sie einigen Patienten, bei anderen kann sie aber schlimme Nebenwirkungen haben. So wie bei dem Patienten in den USA! Er ist sogar im Rahmen einer klinischen Studie gestorben.

Denn offenbar wurde die ihm injizierte Stuhlprobe vorher nicht ausreichend auf krankmachende Keime untersucht! So infizierte er sich mit einem multiresistenten Stamm Kolibakterien.

Doch er war nicht der Einzige, der den verunreinigten Stuhl eines Spenders erhielt! Es gab noch einen weiteren Patienten!

Und so sehen die Escherichia coli-Bakterien aus.
Und so sehen die Escherichia coli-Bakterien aus.  © 123rf.com/Juan Gaertner

Wie die amerikanische Gesundheitsbehörde mitteilte, sei auch er inzwischen wegen der Stuhlprobe erkrankt.

Eigentlich ist der resistente Erreger für gesunde Menschen meistens nicht gefährlich. Doch die beiden Betroffenen hatten vorher Medikamente bekommen, die ihr Immunsystem lahmlegten. So hatten das Kolibakterium wohl leichtes Spiel, sich mühelos im Körper auszubreiten.

Nach dem Vorfall seien ähnliche Studien in den USA sofort gestoppt worden. Sie werden erst dann forgesetzt, wenn die Studienleiter nachgewiesen haben, dass sämtliche Stuhlproben zweifelsfrei auf gefährliche Mikroorganismen untersucht wurden, um weitere Todesfälle auszuschließen.

Kann das auch in Deutschland passieren?

Bei uns gibt es zum Glück sehr hohe Sicherheitsanforderungen bei solchen Studien, bestätigt Maria Vehreschild von der Universität Köln. Sie sei auch "zuversichtlich, dass solche Komplikationen in Deutschland vermieden werden könnten", berichtet der "Stern". Werde ein multiresistentes Bakterium bei einem Spender gefunden, werde er aus der Studie ausgeschlossen, erklärt Vehreschild.

Für eine Stuhltransplantation muss der Kot aus dem Darm des Spenders speziell aufbereitet werden, dann wird er in den Darm des Patienten übertragen, der auf diese Weise wieder eine gesunde Darmflora bekommen soll. Die Methode wird bislang nur bei Fällen mit besonders schwerer Darminfektion eingesetzt.

Titelfoto: 123rf.com/Juan Gaertner/Sirirat Makprasert

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