Donald Trump wird mit Stück der Berliner Mauer getrollt

Washington, D.C. - US-Präsident Donald Trump hat zum 30. Jahrestag des Mauerfalls ein ganz besonderes Geschenk erhalten: ein 2,7 Tonnen schweres Berliner Mauerstück. Hinter der Aktion steckt die Non-Profit-Organisation "Die Offene Gesellschaft".

Trump soll sich durch die Aktion daran erinnert fühlen, "dass keine Mauer ewig hält".
Trump soll sich durch die Aktion daran erinnert fühlen, "dass keine Mauer ewig hält".  © YouTube Screenshot @Justin Rohrlich

Der PR-Stunt richtet sich direkt an Trumps Gelübde, eine Mauer entlang der Grenze zwischen den USA und Mexiko zu bauen.

"Wir möchten Ihnen ein Teil der fehlgeschlagenen Berliner Mauer zum Gedenken an das Engagement der Vereinigten Staaten für die Errichtung einer Welt ohne Mauern überreichen", heißt es auf der Betonplatte, die von den "Citizens of Berlin" - den Bürgern Berlins - signiert ist.

"Deutschland ist wieder vereint und in Berlin erinnern uns nur vereinzelte Stücke daran, dass keine Mauer ewig hält", heißt es weiterhin.

Die Berliner Non-Profit-Organisation "Die Offene Gesellschaft", die das Projekt orchestriert, teilte mit, dass sie das Weiße Haus Anfang dieser Woche über das Projekt informiert hätten, aber noch nicht wissen, ob das Geschenk angenommen wird.

Am Abend des 9. November, genau 30 Jahre nach dem Mauerfall, sollte das Mauerstück angekarrt und übergeben werden. Die Annahme wurde vom Weißen Haus zunächst jedoch verweigert.

"Wenn der Präsident unser Geschenk annimmt, ist es seins. Geschenke an einen amtierenden Präsidenten gehören jedoch immer den Vereinigten Staaten und nicht der amtierenden Person. Es gehört den Menschen", sagte Philip Husemann, Geschäftsführer von "Die Offene Gesellschaft", gegenüber Quartz.

Mauer soll an öffentlichen Orten in den USA gezeigt werden

"Wir hoffen, dass die Mauer an öffentliche Orte kommt, damit alle Bürger teilhaben können. Schließlich ist die Hauptbotschaft ein großes Dankeschön der Berliner an die Vereinigten Staaten und ihre Bevölkerung", ergänzte Husemann.

"Die Offene Gesellschaft" habe das Objekt von einem Berliner Händler erworben, der noch einige Teile der Berliner Mauer in seinem Besitz habe. Die Gruppe flog es dann nach New York und transportierte es nach Washington.

Die Organisation, die vollständig durch private Spenden finanziert wird, hat für das Projekt Kosten "im niedrigen fünfstelligen Bereich" ausgegeben, um das Originalstück zu kaufen und nach Übersee zu transportieren.

Donald Trump arbeitet nach wie vor daran, sein Wahlversprechen zu erfüllen, eine große Grenzmauer zu errichten, von der er schwor, dass Mexiko sie finanzieren würde. Bisher haben seine Bemühungen die US-Steuerzahler rund 10 Milliarden US-Dollar gekostet. Ob der Präsident durch die kreative Aktion zum Umdenken bewogen werden kann, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

Noch hat sich Donald Trump zu der provokanten Aktion der Berliner Organisation nicht geäußert.
Noch hat sich Donald Trump zu der provokanten Aktion der Berliner Organisation nicht geäußert.  © John Bazemore/AP/dpa

Mehr zum Thema Donald Trump:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0