Wegen Trump! Führungsriege zurückgetreten, und Mexikos Präsident sagt Treffen ab

Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto sagte kurzerhand das Treffen mit Trump ab.
Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto sagte kurzerhand das Treffen mit Trump ab.

Washington/Mexiko - Noch vor Antritt des designierten US-Außenministers Rex Tillerson ist das Top-Management des Ministeriums laut einem Bericht der "Washington Post" zurückgetreten. Offizielle Gründe wurden am Donnerstag nicht mitgeteilt.

Die Übergangsphase im sehr wichtigen Außenministerium gilt als besonders schwierig. Der scheidende Minister John Kerry und andere beklagten öffentlich Desinteresse und ausbleibende Kontaktaufnahme der Mannschaft von US-Präsident Donald Trump.

Personalwechsel in den Ministerien sind nach Wahlen normal. Der Abgang der vier Manager wurde indes als größter Verlust institutionellen Wissens im State Department seit Jahrzehnten beschrieben. Unter anderem waren sie zuständig für die Besetzung Tausender Positionen in der Welt, die US-Außenpolitik vor Ort konkret umsetzen.

Die vier haben sowohl unter Republikanern als auch unter und Demokraten gedient und praktisch alle relevanten Managementfunktionen des Ministeriums verantwortet.

Der US-Senat muss den Ex-Ölmanager Tillerson, der keine diplomatische oder politische Erfahrung hat, noch bestätigen.

Nach einer Reihe von Provokationen aus Washington hat nun der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto ein für kommenden Dienstag geplantes Treffen mit US-Präsident Donald Trump abgesagt. Das teilte das Präsidialamt am Donnerstag mit.

Zuvor hatte Trump seinem Kollegen bereits nahegelegt, auf den Besuch zu verzichten, wenn Mexiko nicht für die Kosten der geplanten Grenzmauer aufkommen wolle. "Wenn Mexiko nicht für die dringend benötigte Mauer zahlen will, dann wäre es besser, das Treffen abzusagen", schrieb der US-Präsident auf Twitter.

Am Mittwoch hatte Trump mit einem Dekret den Weg für das umstrittene Projekt freigemacht. Schon der Zeitpunkt der Anordnung wurde in Mexiko als Affront verstanden, weil zur gleichen Zeit der mexikanische Außenminister Luis Videgaray und Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo in Washington mit einer hochrangigen US-Delegation über die Zukunft der Beziehungen beider Länder berieten.


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