Nach mehreren Todesfällen: US-Regierung will E-Zigaretten verbieten!

USA - Die US-Regierung plant ein Verbot von E-Zigaretten mit Aromen. Zuletzt konnten vermehrt Todesfälle auf die nikotinhaltigen Inhalatoren zurückgeführt werden.

E-Zigarettem machen ebenfalls abhängig. (Symbolbild)
E-Zigarettem machen ebenfalls abhängig. (Symbolbild)  © dpa/Friso Gentsch

Normal ist es sehr still um die First Lady der Vereinigten Staaten. Melania Trump, die dritte Ehefrau des amtierenden US-Präsidenten, zieht sich immer weiter zurück.

Versucht die potenzielle Angriffsfläche möglichst gering zu halten. Doch jetzt meldet sich die Slowenien markant zu Wort.

"Wir müssen alles was wir können tun, um die Bevölkerung von Krankheiten und Toden im Zusammenhang mit Tabak zu schützen, und zu verhindern, dass E-Zigaretten der Einstieg zur Nikotinabhängigkeit der jungen Generation werden", twittert die 49-Jährige.

In den USA gab es zuletzt mehrere Todesfälle, die auf den Gebrauch von E-Zigaretten mit Liquids, also Flüssigkeiten mit Aroma, zurückgehen.

Die Regierung plant nun ein Verbot. Sie warnt vor allem dem zunehmenden Konsum durch Minderjährige.

Ausgefallene, und scheinbar vor allem auf Kinder abgezielte Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten sollen nach dem Willen der US-Regierung in den Vereinigten Staaten verboten werden.

Marketingzielgruppe Kinder, trotz Gefahren

James Monsees (l) und Adam Bowen, Gründer des E-Zigaretten-Herstellers "Juul", die es seit 2018 auch in Deutschland gibt.
James Monsees (l) und Adam Bowen, Gründer des E-Zigaretten-Herstellers "Juul", die es seit 2018 auch in Deutschland gibt.  © dpa/Axel Heimken

Gesundheitsminister Alex Azar sorgt sich, denn immer mehr Schulkinder würden E-Zigaretten rauchen - mit Geschmacksrichtungen wie Kaugummi, Früchte und Minze. Darauf weist auch Dr. Mike Varshavski hin.

Der promovierte Hausarzt hat einen YouTube-Kanal mit über vier Millionen Abonnenten und stellte zuletzt das Video "Hört auf vaping als gesund zu verkaufen" online. Der Amerikaner spricht darüber, dass die langfristigen Symptome weiterhin - aufgrund der relativen Neuheit - unbekannt seien. Daher sei es gefährlich die E-Zigaretten als "gesünder als Zigaretten" zu verkaufen, und Kinder mit Geschmäckern wie Zuckerwatte und Kaugummi zu locken.

In den letzten Monaten traten immer mehr Meldungen über ungeklärte Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, ans Tageslicht, so n-tv. Ursachen konnten bislang nicht gefunden werden. Viele der Betroffenen hatten Aromen mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC verdampft.

Der Verkauf solcher THC-Produkte ist nur in gesonderten US-Staaten genehmigt. Im europäischen Raum konnte ein solcher Anstieg nicht festgestellt werden.

Vordergründig wurde das geplante Verbot aber nicht mit den bekanntgewordenen Todesfällen begründet, sondern mit dem zunehmenden Konsum durch Minderjährige.

Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration), unter Alex Azar arbeite neue Richtlinien aus, mit der alle Geschmacksrichtungen außer Tabak verbannt werden sollen. Liquids, die nach gewöhnlichen Tabak schmecken sollen vorerst von der Regelung ausgeschlossen werden.

Ziel sei es Kinder vom Rauchen generell abzuhalten, nicht erwachsenen Rauchern, die aufhören wollen dies zu erschweren. Erwachsene würden die E-Zigaretten "brauchen [...], um mit dem Rauchen von Zigaretten oder Zigarren aufzuhören", so Azar. Falls Minderjährige den Konsum nicht einstellen, sondern auf Produkte mit Tabakgeschmack umsteigen, seien weitere Maßnahmen erdenklich.

Sechs bekannte Todesfälle schocken die Staaten

Kurz vor den medialen Auftritten mussten die US-Behörden einen weiteren Todesfall melden. Es ist der mittlerweile sechste Tod, der auf den Konsum von E-Zigaretten zurückgeführt werden konnte. Die Behörden warnten die E-Zigaretten-Raucher vor möglichen Lungenschäden, wobei unter zum Beispiel dem YouTube-Video von Dr. Varshavski die Kommentare vermuten lassen, dass dies schon Allgemeinwissen war.

Neben den sechs bekannten Toten wurden der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge etwa 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten gemeldet, so die Tagesschau.

Auch Präsident Donald Trump meldete sich US-Medienberichten zufolge ebenfalls zu Wort: "Wir können nicht zulassen, dass Leute krank werden, und wir können nicht unsere Jugend gefährden." Der 73-Jährige kündigte im Weißen Haus in Washington "sehr strenge" Vorschriften für Hersteller wie "Juul" an.


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