Usedom: Wölfe erobern jetzt auch beliebte Ferieninsel

Usedom - Der Wolf breitet sich immer aus - auch in Mecklenburg Vorpommern. Inzwischen seien sechs Rudel nachgewiesen, sagte Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (59, SPD) am Montag in Schwerin. Im Frühjahr waren erst vier Rudel im Nordosten nachgewiesen.

Die Wölfe haben mittlerweile auch Usedom für sich entdeckt. (Symbolbild)
Die Wölfe haben mittlerweile auch Usedom für sich entdeckt. (Symbolbild)  © DPA

Die Rudel leben den Angaben zufolge in der Kalißer Heide und im Kaarzer Holz (beides Landkreis Ludwigslust-Parchim), in der Ueckermünder Heide, in der Retzow-Jännerdorfer Heide, in der Gegend von Löcknitz an der polnischen Grenze und in der Nossentiner Heide. Hinzu kämen diverse Einzelwölfe und Paare.

Nach Hinweisen auf Besuche von Wölfen auf Usedom sei nun auch die Ferieninsel zum Wolfsgebiet erklärt worden, sagte Backhaus weiter. Bis auf die Inseln Rügen und Poel sei damit das ganze Bundesland Wolfsgebiet. Dort könnten Schutzmaßnahmen von Weidetierhaltern, die über den Grundschutz hinausgehen, gefördert werden. Voraussichtlich ab Mitte 2019 soll diese Unterstützung verstärkt werden.

Dann könne der erhöhte Schutz, wie 1,20 hohe Netzzäune und Herdenschutzhunde, komplett vom Staat bezahlt werden. Ein Herdenschutzhund koste in der Anschaffung etwa 1000 Euro, die Ausbildung extra, erläuterte Backhaus.

In diesem Jahr gab es den Angaben zufolge bislang 19 Wolfsangriffe mit 112 getöteten und 42 verletzten Weidetieren in MV. Damit überstieg die Zahl der toten Tiere erstmals die Marke von 100. Im vergangenen Jahr waren bei 28 Angriffen 66 Tiere getötet und 22 verletzt worden.

In diesem Jahr gab es insgesamt 19 Wolfsangriffe. (Symbolbild)
In diesem Jahr gab es insgesamt 19 Wolfsangriffe. (Symbolbild)  © DPA

Titelfoto: DPA


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