Mysteriöser Todesfall wird neu aufgerollt: Deutschem (✝17) fehlten mehrere Organe

Malta.
Malta.  ©  Philipp Laage/dpa-tmn/dpa

Valletta/Oldenburg - Der nie aufgeklärte Tod eines deutschen Jugendlichen auf Malta (TAG24 berichtete) wird erneut untersucht. Eine Richterin in dem Mittelmeer-Inselstaat ordnete auf Anweisung des Justizministeriums an, die Untersuchung des Falls neu aufzurollen, wie die Zeitung "Times of Malta" berichtete.

Die Leiche des 17-Jährigen aus dem niedersächsischen Oldenburg war im Juli 2016 in einer Felsspalte an den Dingli-Klippen gefunden worden, Maltas höchsten Klippen.

Der Vater des 17-Jährigen, Bernd Alexander Mansholt, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sei über die neue Untersuchung informiert worden. Die Untersuchungsrichterin werde nun vermutlich die medizinischen Gutachter und Experten noch einmal unter Eid vernehmen, und er hoffe, dass auch die Mediziner aus Deutschland Gehör fänden.

Mansholt bedauerte, dass erneut diejenige Richterin beauftragt worden sei, die bereits ganz zu Anfang das Verfahren geführt habe. Ihm wäre es lieber gewesen, wenn jemand anderes mit der Untersuchung betraut worden wäre.

Dingli-Küste auf Malta.
Dingli-Küste auf Malta.  © Thomas Schulze/dpa-Zentralbild/dpa

Die Richterin habe das Verfahren "viel zu früh und nur halb bearbeitet" eingestellt und sei Zeugenhinweisen nicht nachgegangen, begründete der Vater seine Skepsis.

Im Juli 2016 war ein Fahrrad, das der Jugendliche sich am Tag seines Verschwindens geliehen hatte, neben ihm gefunden worden. Der Auszubildende aus Oldenburg hatte ein Faible für Abenteuer-Sportarten wie Wracktauchen und Kliffspringen.

Rätselhaft war jedoch, dass bei Obduktionen seiner Leiche auf Malta und in Deutschland keine Knochenbrüche festgestellt wurden. Damit schied ein Sturz als Todesursache aus. Woran der 17-Jährige starb, wurde nie geklärt.

Die Geschichte nahm eine weitere rätselhafte Wendung, als die Leiche nach Deutschland überführt wurde und mehrere seiner Organe fehlten.

Der Familie des Jungen zufolge erklärten die maltesischen Behörden das damals damit, dass die Organe Nagetieren zum Opfer gefallen seien. Dafür hätten die deutschen Mediziner aber keine Belege gefunden, betonte Mansholt.

Titelfoto: Philipp Laage/dpa-tmn/dpa


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