Gewaltiger Felssturz in den Alpen: Dutzende Menschen eingeschlossen

Die Geröllmassen liegen etwa 50 Meter hoch im Tal.
Die Geröllmassen liegen etwa 50 Meter hoch im Tal.

Tirol - In Vals in Tirol ist es an Heiligabend zu einer schrecklichen Katastrophe gekommen: in einem Seitental des Wipptals (Bezirk Innsbruck) hat sich ein gewaltiger Felssturz ereignet.

Nach Informationen des ORF passierte das Unglück gegen 18.17 Uhr. Eine Straße wurde dabei etwa 50 Meter hoch mit Geröll, Erdreich und Bäumen verschüttet. Etwa ein Dutzend Häuser mussten evakuiert werden, rund 36 Personen waren davon betroffen.

"Es war ein gigantischer Felssturz. Im Dunkeln ist das Ausmaß noch gar nicht abschätzbar. Am Berg kracht und donnert es auch weiterhin und Felsmaterial stürzt ins Tal", schilderte Landesgeologe Gunther Heißel noch am Heilig Abend im ORF.

Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Dadurch sind noch etwa 70 bis 80 Personen im Tal eingeschlossen.

Am Montag soll das ganze Ausmaß der Katastrophe bei einem Rundflug erkundet werden, um einen Überblick zu erhalten. Es sei die ganze Nacht über unruhig gewesen.

Nach ersten Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Glück im Unglück hatte eine Gruppe Kinder, die die Unglücksstelle auf dem Weg zur Christmette kurz zuvor passierten.

Update, 13.45 Uhr:

Die rund 80 eingeschlossenen Personen werden wohl insgesamt zwei Tage von der Außenwelt abgeschnitten bleiben, das gab der Bürgermeister von Vals, Klaus Ungerank am Montag bekannt.

Geologen überflogen das Gebiet und entdeckten einen sich ausdehnenden Spalt, wie Ungerank erklärte. Deshalb musste das Sperrgebiet ausgeweitet werden. Pläne, die Menschen über einen Forstweg aus dem Tal zu holen, wurden zunächst ausgesetzt.

Die Eingeschlossenen trugen die Situation mit Fassung, wie der Rundfunksender ORF berichtete. "Die Leute nehmen das eher ruhig auf", sagte der Gemeindesekretär von Vals, Johann Gatt. "Sie sind natürlich interessiert, wie es jetzt weitergeht. Aber sonst hält sich die Aufregung in Grenzen."

Bei dem Felssturz sind nach ersten Schätzungen Mmehrere zehntausend Tonnen Gestein abgerutscht, und der Hang ist weiter in Bewegung, wie Einsatzkräfte berichteten.


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