Vandalismus am Liebertwolkwitzer Bahnhof! Ortsvorsteher: "Das geht so nicht weiter!"

Von Anke Brod

Leipzig - Am Bahn-Haltepunkt in Liebertwolkwitz detonierte vergangenen Freitagmorgen gegen 6.50 Uhr an der Gleisanlage ein Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn AG.

Der Bahnhof in Liebertwolkwitz soll bald ansprechender und sicherer werden.
Der Bahnhof in Liebertwolkwitz soll bald ansprechender und sicherer werden.  © Anke Brod

"Unbekannte haben den Automaten vermutlich mit Pyrotechnik beschädigt", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Leipzig TAG24 auf Anfrage. Der Sachschaden belaufe sich auf 15.000 Euro, erbeutet hätten der oder die Täter jedoch nichts.

Der Bahn-Haltepunkt liegt an der Strecke Leipzig-Chemnitz. Hier stoppt für gewöhnlich die kleine Regionalbahn "Der Geithainer" .

An besagtem Freitagmorgen tat sie das nicht, berichteten Reisende. Denn die Polizei hatte den alten Liebertwolkwitzer Bahnhof nach der Sprengung zur Spurensicherung abgesperrt.

Wer die Tat oder verdächtige Umstände beobachtet hat, sollte sich bei der Polizeidienststelle an der Dimitroffstraße 1 melden oder unter der Telefonnummer 034196646666 anrufen.

Bundespolizei sucht auch Zeugen für Graffiti-Tat

Zudem sucht die Bundespolizei Leipzig immer noch Zeugen für eine Graffiti-Straftat in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar. Ebenfalls am Bahnhof Liebertwolkwitz besprühten etwa zehn Personen gegen 0.10 Uhr einen Zug der Mitteldeutschen Regiobahn über rund 100 Quadratmeter (TAG24 berichtete).

Die Täter hatten zuvor gewartet, bis alle Reisenden den Zug verlassen hatten. "Beim Kontrollgang während des Halts bemerkte der Triebfahrzeugführer zunächst einen Sprayer am hinteren Zugteil. Kurze Zeit später besprühten rund zehn Unbekannte den Zug innerhalb weniger Minuten großflächig. Anschließend flüchteten die Täter", gibt die Pressestelle der Bundespolizei Leipzig bekannt.

Es wurde hier inzwischen ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet. Nun sucht die Bundespolizei Zeugen, die Hinweise zur Straftat selbst oder möglichen Tätern geben können. Diese nimmt jede Polizeidienststelle und die Bundespolizeiinspektion Leipzig unter 0341997990 entgegen.

Ortsvorsteher von Liebertwolkwitz: "Das geht so nicht weiter!"

Am Freitag versuchten Unbekannte den Automaten mithilfe von Pyrotechnik zu knacken.
Am Freitag versuchten Unbekannte den Automaten mithilfe von Pyrotechnik zu knacken.  © Anke Brod

Beide Geschehnisse, darüber hinaus zunehmender Vandalismus am alten Bahnhof in Liebertwolkwitz, stinken Bürgern und Gästen des Ortes gewaltig.

Ortsvorsteher Roland Geistert von der "Wählervereinigung Liebertwolkwitz Unabhängige Vertreter" (LUV) will der voll urinierten, dunklen Gleis-Unterführung sowie der Zerstörungswut alkoholisierter Jugendlicher hier so schnell wie möglich den Garaus machen.

"Das geht so nicht weiter", machte er im Gespräch mit TAG 24 deutlich. "Die ganzen Fenster sind schon kaputt", moniert er. Konkret will er sich als Ortsvorsteher alsbald mit den Zuständigen der Deutschen Bahn AG zur Beratung an den berühmten runden Tisch setzen.

"Noch vor dem geplanten Ausbau der Strecke Leipzig-Chemnitz muss der Bahnhof sicherer und ansprechender werden", fordert Geistert.

Und Rollstuhlfahrer, so bemängelt der Ortsvorsteher weiter, hätten wegen der unüberwindbaren Treppen in der Unterführung sowieso null Chancen, von Liebertwolkwitz aus per Zug zu reisen.

Urin, Graffiti, Schmutz: Auch an die Bahnhofsunterführung muss dringend Hand angelegt werden.
Urin, Graffiti, Schmutz: Auch an die Bahnhofsunterführung muss dringend Hand angelegt werden.  © Anke Brod

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