Vegane Aktivistin "rettet" Schweinchen, dann hagelt es Kritik von Tierschützern

London (Großbritannien) - Die vegan lebende Alicia Day (31) wollte ein kleines Schweinchen vor der Schlachtbank retten und kaufte es einem Bauern ab. Nicht ohne Folgen. Jetzt ist sie obdachlos und das Ferkel musste sie auch noch abgeben.

Gemeinsames Baden soll dem Schweinchen besonders viel Freude bereitet haben.
Gemeinsames Baden soll dem Schweinchen besonders viel Freude bereitet haben.  © Screenshot/Twitter/my_amigouk

Die "Rettung" des Schweines namens Jixy Pixy war bei weitem nicht günstig, so die "Daily Mail".

Umgerechnet über 460 Euro zahlte Alicia Day (31) für den Schweinetransport von Exeter nach London im Taxi und zusätzlich nochmal umgerechnet etwa 35 Euro für das erst acht Wochen alte Schwein.

"Ich kann sie nicht alle retten, aber ich dachte, ich würde einen retten. Ich tue alles für mein Baby", so die 31-Jährige.

Was sie scheinbar nicht wusste war, wie man sich tatsächlich um solche Tiere kümmert. Wie sie mit ihrem geretteten Ferkel dann nämlich umging, war alles andere als artgerecht.

Nicht nur, dass sie den Grunzer in ihrer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung hielt, nein, sie trieb es noch viel bunter.

Wie man auf Bildern sehen kann, badete sie mit Jixy Pixy und besuchte auch gerne mal mit der tierischen Begleitung ein Restaurant. "Wir teilten das Tofu Pad Thai - er schikaniert mich immer, damit ich ihm die Hälfte des Essens gebe", so die Möchtegern-Aktivistin.

Außerdem fuhr sie mit dem Schweinchen in der U-Bahn, ging mit ihm, mal mit, mal ohne Leine durch das belebte London spazieren und zog ihm warme Kleidung an. "Es ist noch leichter mit ihm zu gehen als mit einem Hund", so Alicia.

Richtige Tierschützer kümmern sich jetzt um Jixy Pixy

Schweine müssen die Möglichkeit haben, sich artgerecht verhalten zu können.
Schweine müssen die Möglichkeit haben, sich artgerecht verhalten zu können.  © dpa/Felix Kästle

Das gemeinsame Glück, unter den alles andere als optimalen Bedingungen für das niedliche gefleckte Borstentier, hielt aber nur knapp eine Woche.

Am Montag erfuhr Alicias Vermieter von dem neuen Mitbewohner der 31-Jährigen. Die Konsequenz: Sie flog aus ihrer Wohnung raus und musste ihr geliebtes Schweinchen abgeben.

Tierschützer, die von dem Fall erfuhren, verurteilten das Verhalten der gebürtigen Amerikanerin hart. Sie würde einen "schockierenden Mangel an Urteilsvermögen" aufweisen.

"Schweine benötigen eine spezielle Ernährung, müssen von anderen Tieren getrennt gehalten werden und in der Lage sein, natürliche Verhaltensweisen wie Verwurzelung und Futtersuche auf der Erde zum Ausdruck zu bringen", so Ian Woodhurst, ein Leiter bei "World Animal Protection". "Sie benötigen einen großen Raum, eine Mindestfläche von 36 Quadratmetern und Zugang zu einem Außengehege und Schutz vor der Sonne."

Jixy Pixy befindet sich jetzt in der Obhut der englischen Tierschutzorganisation "RSPCA" und wird in ein Schutzgebiet in Kent gebracht, wo es ihm hoffentlich besser geht als in der Großstadt.

Alicia Day selbst lebt jetzt in einem Hotelzimmer. Finanzielle Unterstützung dafür erhält sie von ihrer Schwester. Ein neues Schwein will sie auf diese Art glücklicherweise nicht mehr retten.

Aber sie hofft, Menschen beibringen zu können, dass Schweine nicht einfach nur aus Fleisch bestehen, sondern auch Lebewesen sind, die nicht schmutzig und ekelhaft sind, sondern liebevoll und emotional sein können.

Titelfoto: Screenshot/Twitter/my_amigouk

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