Venedig droht neue Flutwelle: Was muss die Unesco-Welterbestadt noch ertragen?

Venedig (Italien) - Venedig droht die dritte Flutwelle innerhalb von einer Woche. Für Sonntag rief das Gezeitenbüro der Kommune die höchste Warnstufe aus. Das Wasser soll demnach bis zu Mittag auf einen Stand von 160 Zentimetern steigen. Das würde bedeuten, dass die historische Lagunenstadt zu großen Teilen unter Wasser steht.

Männer waten mit Kartons und Lebensmitteln, die sie auf einer Trage transportieren, durch das Hochwasser auf einem überfluteten Platz.
Männer waten mit Kartons und Lebensmitteln, die sie auf einer Trage transportieren, durch das Hochwasser auf einem überfluteten Platz.  © Alberto Lingria/XinHua/dpa

Städtische Museen sollten am Sonntag geschlossen bleiben. Auch für den Beginn der kommenden Woche ist noch kein Ende des Hochwassers in Sicht.

"Es wird auch morgen (Sonntag) ein harter Tag sein", sagte Bürgermeister Luigi Brugnaro. "Aber der Wind wird schwächer, deshalb sollte die Lage überschaubarer sein."

Am Dienstag hatte die höchste Flut seit mehr als 50 Jahren verheerende Schäden in Venedig angerichtet. Das Wasser war getrieben von starkem Wind auf bis zu 187 Zentimeter gestiegen. Am Freitag fluteten Wassermassen dann erneut einen Großteil der Unesco-Welterbestadt.

Brugnaro sagte, auch aus dem Ausland komme viel Hilfe, darunter aus Russland. Der Bürgermeister will ein weltweites Zentrum für Klimawandel-Studien in Venedig einrichten, das sich auch mit der Wasserverschmutzung beschäftigen solle. "Ich will einen großen Appell an die Wissenschaftler richten: kommt hier her."

Unterdessen warnte der Zivilschutz für fast ganz Italien vor Sturm und Niederschlägen. Seit Freitag war die Feuerwehr im Land mehr als 2200 Mal im Einsatz, wie die Retter am Samstag mitteilten. In Südtirol bereiteten sich die Einsatzkräfte auf neue Schneefälle vor, die schon am Freitag ein Chaos angerichtet und tausende Leute wegen der dadurch verursachten Stromausfälle im Dunklen sitzen gelassen hatten.

Durch Schnee bis in mittlere und tiefe Lagen könnten Lawinen abgehen, teilte die Landesverwaltung in Bozen mit. "Zu rechnen ist auch mit umstürzenden Bäumen, Steinschlägen und Erdrutschen, kleinräumigen Überflutungen, Stromausfällen und Kommunikationsausfällen sowie Verkehrsbehinderungen."

Venedig wieder überflutet

Update, 15.31 Uhr: Venedig ist zum dritten Mal innerhalb einer Woche überflutet worden. Am Sonntag sei das Wasser auf 150 Zentimenter über den normalen Meeresspiegel gestiegen, erklärte Bürgermeister Luigi Brugnaro. Damit waren rund 70 Prozent der Unesco-Welterbestadt unter Wasser.

Der Markusplatz als tiefster Punkt der Stadt wurde erneut geflutet und aus Sicherheitsgründen gesperrt. Städtische Museen waren geschlossen. Der öffentliche Verkehr war stark eingeschränkt.

Brugnaro hatte zur "maximalen Vorsicht" aufgerufen. Die Lage sei aber unter Kontrolle. Die Menschen würden sich nicht entmutigen lassen. "Die Venezianer gehen nur zum Beten in die Knie", erklärte er.

Hochwasser steht in der renommierten venezianischen Buchhandlung "Acqua Alta" (Hochwasser).
Hochwasser steht in der renommierten venezianischen Buchhandlung "Acqua Alta" (Hochwasser).  © Emiliano Crespi/ANSA/AP/dpa
Gianluigi Donnarumma (r.), Fußballtorwart von Italien, kommt während des Hochwassers auf den Markusplatz, um die Betroffenen zu unterstützen.
Gianluigi Donnarumma (r.), Fußballtorwart von Italien, kommt während des Hochwassers auf den Markusplatz, um die Betroffenen zu unterstützen.  © Andrea Merola/ANSA/AP/dpa
Eine junge Frau überprüft den Zustand von Büchern aus der renommierten Buchhandlung "Acqua Alta" (Hochwasser).
Eine junge Frau überprüft den Zustand von Büchern aus der renommierten Buchhandlung "Acqua Alta" (Hochwasser).  © Luca Bruno/AP/dpa

Mehr zum Thema Wetter:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0