Experte sicher: Maschinenbau in neuen Bundesländern erlebt Rekordjahr

Leipzig - Die ostdeutschen Maschinenbaufirmen rechnen auch im kommenden Jahr mit einem Zuwachs.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) geht davon aus, dass der ostdeutsche Maschinenbau weiter auf Expansionskurs bleibt.
Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) geht davon aus, dass der ostdeutsche Maschinenbau weiter auf Expansionskurs bleibt.  © DPA

"Die Indikatoren deuten darauf hin, dass die Unternehmen die gute Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen werden, wenngleich die Dynamik etwas nachlassen wird", sagte der Geschäftsführer des VDMA Ost (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau), Reinhard Pätz, in Leipzig. Er verwies darauf, dass die Maschinenbauer mehrere Jahre ein Wachstum verbuchen konnten.

"Obwohl noch keine Zahlen vorliegen, deutet Vieles darauf hin, dass 2018 wieder ein Rekordjahr wird", sagte Pätz. Der Umsatz werde sich im Vergleich zu 2017, in dem 19 Milliarden Euro erzielt wurden, weiter erhöhen. Die Zahl der Beschäftigten sei im Vergleichzeitraum von 82.000 auf 85.000 gestiegen.

"Die Umsätze hätten noch höher ausfallen können, wenn wir genügend Fachkräfte gehabt hätten", sagte Pätz. Er begrüße daher das jetzt von der Bundesregierung beschlossene Einwanderungsgesetz für Fachkräfte aus dem Ausland. "Darum haben wir 20 Jahre gerungen, denn wir beklagen schon lange ein Mangel an Fachkräfte", sagte Pätz. Das Gesetz sieht vor, dass Ausländer mit Berufsabschluss aus den Nicht-EU-Staaten in Deutschland arbeiten dürfen. Bislang war dies nur für Hochschulabsolventen möglich.

Laut VDMA Ost hat die Branche in Ostdeutschland rund 470 Unternehmen. Die Exportquote liegt bei mehr als 52 Prozent.
Laut VDMA Ost hat die Branche in Ostdeutschland rund 470 Unternehmen. Die Exportquote liegt bei mehr als 52 Prozent.  © DPA

Als Risiken nannte Pätz den Handelskonflikt der USA mit China, die Sanktionen gegen Russland und die Gefahr eines harten Brexits. Dieser würde für viele Betriebe im Osten gravierende Nachteile bringen. "Er behindert Wertschöpfungsketten und ist für die exportorientierten Betriebe Gift. Da gibt es viele offene Fragen, wenn der harte Brexit kommt", sagte Pätz.

Im Ausbau der künstlichen Intelligenz sieht Pätz gute Chancen für die ostdeutschen Maschinenbauer. Die Entwicklung stünde zwar erst am Anfang, doch im Osten gebe es eine Reihe von Softwareunternehmen als Anbieter und Maschinenbauer als Anwender, auch unterstützt durch die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen. "Zum Beispiel sind das Systeme für eine vorbeugende Wartung der Maschinen", sagte Pätz.

Damit könnten sich abzeichnende Stillstände oder Schäden in den Anlagen vorzeitig erkannt und behoben werden.

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