Verbraucher: Am besten läuft's für Rentner und Studenten

Rentner dürfen ihren Lebensabend bald mit mehr Geld in der Tasche genießen.
Rentner dürfen ihren Lebensabend bald mit mehr Geld in der Tasche genießen.

Dresden - Darauf hoffen wir doch alle: Mehr Geld im Portemonnaie. Dieses Jahr könnte das trotz Inflation und kalter Progression tatsächlich klappen. Denn viele können sich über Erhöhungen von Leistungen freuen.

Zunächst gibt es mehr Kindergeld. Wenngleich 2 Euro pro Kind nicht viel klingt: Bei zwei Kindern macht das ein Plus von 48 Euro im Jahr. Zudem erhöht sich der steuerliche Kinderfreibetrag auf 4608 Euro (2015: 4512 Euro).

Wer Unterhalt zahlen muss, kann 2016 statt bisher 8472 Euro nun 8652 Euro bei der Steuer geltend machen.

Außerdem steigt der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer um 180 Euro auf 8652 für Ledige und um 360 Euro auf 17.305 Euro für Verheiratete.

Wer in der EU Urlaub macht, telefoniert bald günstiger nach Hause.
Wer in der EU Urlaub macht, telefoniert bald günstiger nach Hause.

Für Geringverdiener erhöht sich ab 1. Juli der Kinderzuschlag von 140 auf 160 Euro pro Kind.

Außerdem wird das Wohngeldrecht reformiert und an steigende Mieten angepasst.

Auch Rentner haben Grund zur Freude. Ab Juli 2016 erhöht sich die Rente im Osten vermutlich um über 5 Prozent. Bei einer Rente von 1200 Euro macht das brutto 60 Euro mehr. Um wie viel die Rente aber tatsächlich steigt, wird im Frühjahr festgelegt.

Ebenfalls mehr Geld bekommen Hartz-IV-Empfänger – monatlich zwischen 3 und 5 Euro – sowie Studenten beim BAföG, ganze sieben Prozent mehr.

Sparen können die Verbraucher ab 30. April auch beim Telefonieren und Surfen in der europäischen Union. Dann dürfen nur noch 5 Cent pro Minute nach Deutschland sowie für jedes Megabyte Datenvolumen und 2 Cent für eine SMS zusätzlich berechnet werden.

Ab 15. Juni 2017 sollen alle Roaming-Gebühren in der EU wegfallen.

Und auch das ändert sich in diesem Jahr...

Viele Krankenkassen bitten ihre Versicherten in diesem Jahr stärker zur Kasse - die Zusatzbeiträge steigen auf durchschnittlich 1,1 Prozent.
Viele Krankenkassen bitten ihre Versicherten in diesem Jahr stärker zur Kasse - die Zusatzbeiträge steigen auf durchschnittlich 1,1 Prozent.

- Kontonummer adé! Ab sofort gilt auch bei Inlandsüberweisungen nur noch die IBAN.

- Nicht nur wer Kindergeld haben möchte, muss künftig die Steuer-Identifikationsnummer angeben. Auch für Freistellungsaufträge von Kapitalerträgen brauchen Bankkunden die Nummer.

- Künftig soll jeder Verbraucher in der EU, also auch Wohnungslose und Asylsuchende, das Recht auf ein Girokonto
haben. Bis 18. September gilt es, diese Richtlinie in Deutschland umzusetzen.

- Gesetzlich Krankenversicherte müssen künftig einen Facharzttermin binnen vier Wochen bekommen. Dafür werden
Terminservicestellen eingerichtet. Wer den Service in Anspruch nimmt, hat keine freie Arztwahl.

- Ab dem 24. Juli müssen große Handelsgeschäfte ausrangierte Elektrogeräte kostenlos annehmen – vorausgesetzt, man kauft ein gleichwertiges Gerät. Kleine Geräte müssen immer angenommen werden. Auch Online-Händler sind künftig dazu verpflichtet.

Einiges wird wieder teurer...

Auch Strom wird teurer - einige Versorger in Sachsen haben Erhöhungen angekündigt.
Auch Strom wird teurer - einige Versorger in Sachsen haben Erhöhungen angekündigt.

Nicht nur Positives gibt es 2016 für uns Verbraucher zu berichten. Auch einige Teuerungen müssen wir hinnehmen.

So haben viele Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge erhöht – durchschnittlich um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent. Damit erhöht sich der Gesamtbeitrag im Schnitt auf 15,7 Prozent.

Auch der Strom wird mancherorts teurer. Das liegt auch daran, dass die Umlagen für Ökostrom steigen. So zum Beispiel die EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien) und die KWK-Umlage (Kraft-Wärme-Kopplung), die jeweils um zirka 0,2 Cent steigen und damit zur Teuerung des Strompreises um netto 0,6 Cent pro Kilowattstunde beitragen.

Nun darf man gespannt sein, ob die Stromversorger, trotz niedriger Einkaufspreise, die Erhöhung weitergeben. In Sachsen haben etwa die Stadtwerke Löbau und Riesa Teuerungen angekündigt.

Ebenfalls tiefer in die Tasche ihrer Kunden greift die Deutsche Post. Sie erhöht erneut den Preis für Standardbriefe, um 8 Cent auf jetzt 70 Cent.

Fotos: dpa/Patrick Seeger (1), Swen Pförtner 81), Stephan Scheuer (1), Bernd Weissbrod (1), Jan Woitas (1), Marijan Murat (1)


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