Verbraucherzentrale warnt vor Schlüsseldienst-Abzocke

Vorsicht, hier droht Abzocke! Immer wieder geraten Schlüsseldienste wegen unseriöser Machenschaften in den Blickpunkt.
Vorsicht, hier droht Abzocke! Immer wieder geraten Schlüsseldienste wegen unseriöser Machenschaften in den Blickpunkt.

Von Alexander Bischoff

Leipzig - Eine Minute Arbeit - 414 Euro Kosten. Die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) warnt aktuell vor Abzockerei von Schlüsseldiensten.

Schon mehr als 80 Beschwerden über zu hohe Rechnungen für Türöffnungen liegen den Beratungsstellen der VZS aktuell vor. Die Geschichten dahinter sind nahezu identisch: Für das Öffnen einer versehentlich ins Schloss gefallenen Tür werden Preise von mehreren Hundert Euro verlangt.

Beim jüngsten Fall eines Ehepaars aus der Sächsischen Schweiz habe der Schlüsseldienst A[&]A aus Essen 414 Euro verlangt, berichtet VZS-Fachreferentin Anne-Katrin Wiesemann (43). „Verbraucher werden in diesen Notsituationen oft ausgenutzt. Wer vor verschlossener Haustür steht, fragt oft nicht lang nach, sondern lässt sich die Tür schnellstmöglich öffnen“, so Frau Wiesemann.

Besonders perfide: Die meist überregional agierenden Abzocker der Branche geben sich in Branchenbüchern und Internetverzeichnissen oft als regionale Anbieter aus. „Es ist auch kein Zufall, dass die Firmennamen mit A beginnen - denn so sind sie die Ersten im Verzeichnis“, erklärt Wiesemann.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale sind in Sachsen für einfache Türöffnungen 80 bis 100 Euro ortsüblich. Wiesemann: „Bei Rechnungen über 150 Euro sollte man stutzig werden.“ Generell empfiehlt die VSZ, als überhöht empfundene Rechnungen nicht sofort zu bezahlen, sondern erst in Ruhe zu prüfen. Allenfalls sollte eine Anzahlung geleistet und der Rechnungsbetrag später überwiesen werden.

„Der Einfallsreichtum unseriöser Schlüsseldienstunternehmen für diverse Zusatzkosten, die den Preis in die Höhe treiben, ist groß“, weiß Expertin Wiesemann.

Foto: imago


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