Verdacht: Hat dieser AfD-Mann für die Stasi gespitzelt?

Wirbel um den AfD-Politiker Detlev Spangenberg (71): Der Landtag prüft Stasi- Vorwürfe.
Wirbel um den AfD-Politiker Detlev Spangenberg (71): Der Landtag prüft Stasi- Vorwürfe.

Dresden - Der Landtag prüft Stasi-Vorwürfe gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Detlev Spangenberg (71): Er soll in den 60er-Jahren während seiner Armeezeit Berichte über seine NVA-Kameraden verfasst haben.

Und zwar reichlich drei Jahre. Das berichtet die „Freie Presse“. Demnach firmierte der spätere Republikflüchtling als sogenannter Geheimer Informator, wie die IM damals noch hießen. Deckname: „Bruno“. Spangenberg und die AfD-Fraktion wollten sich gestern nicht zu den Vorwürfen äußern. Heute wird das Thema in der Fraktionssitzung besprochen, so ein Sprecher.

Im Landtag ist nun der sogenannte Bewertungsausschuss am Zug. Dieser befasst sich mit Unterlagen über Stasi-Belastungen von Abgeordneten. Er kann dem Landtag bei begründetem Verdacht auf eine Stasi-Tätigkeit empfehlen, eine Abgeordnetenanklage beim Verfassungsgerichtshof zu erheben. Ziel: Aberkennung des Mandates. Solche Klagen scheiterten bislang aber immer.

Noch im Januar will das Gremium den AfD-Politiker befragen. Pikant: Spangenberg selbst ist Mitglied dieses Ausschusses. Die AfD-Fraktion bezeichnete ihn im März 2015 selbst als Stasi-Opfer: „Es gab einen Teewagen voller Aktenordner über mich, sechs Haftstrafen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis wurden verhängt“, so Spangenberg damals in einer Pressemitteilung.

Foto: Bernd März


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0