Verfassungsschutz enttäuscht von Thüringer Linken

Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer.
Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer.  © DPA

Erfurt - Ein Jahr nach seinem Amtsantritt wirft Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer einigen Politikern aus den Reihen der Linken mangelnde Gesprächsbereitschaft vor. 

"Was mich enttäuscht, ist die Tatsache, dass einige Personen dieser Partei bis heute nicht einmal mit mir reden. Sie lehnen jedes Gespräch ab", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus" in seiner neuen Ausgabe (Samstag). 

"Dass Teile der Linkspartei nichts von uns halten, wusste ich bereits vor meinem Amtsantritt." In der Partei gibt es immer wieder Forderungen, den Verfassungsschutz aufzulösen.

Teile der Linkspartei hätten kein Interesse, in einen kritischen Dialog mit der Sicherheitsbehörde einzutreten, beklagte Kramer.

"Stattdessen erleben wir nur Polemik und reflexhafte Missbilligung: Der Verfassungsschutz sieht nix, macht nix, taugt nix." Nach seiner Wahrnehmung geht es bei der Kritik nicht um Inhalte, sondern um Stimmungsmache. 

"Doch so schnell geben wir nicht auf. Wir sind weder faul noch dämlich, noch überflüssig", betonte er. Kramer, langjähriger Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, ist seit 1. Dezember 2015 als Thüringer Verfassungsschutzchef im Amt.

Titelfoto: DPA


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