Diakon bekommt Bewährungsstrafe für die Vergewaltigung einer 15-Jährigen

München - Am Amtsgericht München beginnt am Donnerstag (9.00 Uhr) ein Vergewaltigungs-Prozess gegen einen Diakon der katholischen Kirche.

Die Anklage gegen den Diakon wiegt schwer: Er soll sich an einer Messdienerin vergangen haben. (Symbolbild)
Die Anklage gegen den Diakon wiegt schwer: Er soll sich an einer Messdienerin vergangen haben. (Symbolbild)  © DPA

Der 66-Jährige soll im Mai vergangenen Jahres eine minderjährige Messdienerin bei einem Ausflug zu einem Ministrantentreffen in Nürnberg missbraucht haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war er in München auch als Religionslehrer in der kroatisch-katholischen Gemeinde tätig und kannte das Mädchen seit Jahren.

Wie das zuständige Erzbistum München und Freising mitteilte, sind inzwischen weitere Vorwürfe gegen den Mann laut geworden. So soll es einen zweiten Fall sexuellen Missbrauchs gegeben haben und einen weiteren "von körperlicher Natur", wie eine Sprecherin sagte - ein Gewaltdelikt.

Erst im September 2018 hatte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) eine Studie über sexuellen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche vorgestellt. Sie ergab, dass mindestens 1670 Kleriker zwischen 1946 und 2014 mindestens 3677 Jungen und Mädchen missbraucht haben.

Update 13.30 Uhr: Diakon bekommt Bewährungsstrafe

Der Angeklagte (M) wird von Justizbeamten im Amtsgericht in den Verhandlungssaal geführt.
Der Angeklagte (M) wird von Justizbeamten im Amtsgericht in den Verhandlungssaal geführt.  © DPA

Ein Diakon ist nach der Vergewaltigung einer 15 Jahre alten Messdienerin zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

Er gestand am Donnerstag vor dem Amtsgericht München tränenreich, sich im Mai vergangenen Jahres bei einem Ausflug zu einem Messdiener-Treffen an dem Mädchen vergangen zu haben.

Die inzwischen 16-Jährige befindet sich nach Angaben der Nebenklage-Vertreterin seit Monaten in einer geschlossenen Psychiatrie. Der Angeklagte habe ihr Leben zerstört, sagte der Richter. "Der geht's scheiße und Sie sind schuld dran."

Das Gericht verhängte ein Kontaktverbot zu dem Mädchen und seiner Familie. Der katholische Geistliche muss 10.000 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen - und 5000 Euro an den Frauennotruf München. Der frühere Religionslehrer in der kroatische-katholischen Gemeinde in München darf darüber hinaus fünf Jahre lang keine Kinder und Jugendlichen mehr unterrichten oder beaufsichtigen.

Es wäre möglich gewesen, die Strafe nicht zur Bewährung auszusetzen, betonte der Richter. "Aber der hat jetzt neun Monate Haft hinter sich. Aus Sicht des Gerichts ist das ein gebrochener Mann."

Der 66-Jährige soll die minderjährige Messdienerin bei einem Ausflug sexuell missbraucht haben. (Symbolbild)
Der 66-Jährige soll die minderjährige Messdienerin bei einem Ausflug sexuell missbraucht haben. (Symbolbild)  © DPA

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