Prozess nach Sex mit Elfjähriger: Jetzt greift Macron durch!

Der Fall eines elfjährigen Mädchens schockiert Frankreich (Symbolbild)
Der Fall eines elfjährigen Mädchens schockiert Frankreich (Symbolbild)  © 123RF

Pontoise - Nach angeblich "einvernehmlichem Geschlechtsverkehr" mit einem erst elf Jahre alten Mädchen muss sich ein Mann in Frankreich nun doch wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Präsident Emmanuel Macron kündigte zudem eine Gesetzesänderung an.

Ursprünglich war der 28-Jährige nur wegen "sexueller Beeinträchtigung" des Mädchens angeklagt worden. Aufgrund der immensen öffentlichen Empörung änderte das Gericht jedoch die Anklage. Statt fünf Jahren drohen dem Mann nun 20 Jahre Haft. Er muss sich zunächst vor einem Untersuchungsrichter für seine Tat verantworten.

Die Familie des Opfers hatte bereits verlangt, den Beschuldigten wegen Vergewaltigung anzuklagen.

Die Anwälte des Mannes hatten aber argumentiert, dass es sich nicht um eine Vergewaltigung gehandelt habe, da die Elfjährige keinerlei Widerstand geleistet hätte. Dies habe ihrem Mandaten eindeutig signalisiert, dass der Geschlechtsakt einvernehmlich geschehe und somit keine Straftat vorliege. Die Staatsanwalt war der Argumentation der Strafverteidiger zunächst gefolgt. Diese hatten sogar einen Freispruch für ihren Klienten gefordert.

Der Fall schlug in Frankreich vor allem deshalb hohe Wellen, da ein vom Gesetz geregeltes Schutzalter für Minderjährige bislang nicht existiert. Aktuell ist es den jeweiligen Gerichten überlassen, über die Reife der betroffenen Kinder zu entscheiden.

Auch Präsident Macron hat sich aufgrund des Falles an die Bevölkerung gewandt und tiefgreifende Veränderungen der rechtlichen Situation angekündigt. Erstmals in der Geschichte des Landes soll in Frankreich ein gesetzliches Schutzalter eingeführt werden. Dieses soll bei 15 Jahren liegen. In Deutschland greift selbiges bis zum 14. Lebensjahr.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0