Ermittlungen eingestellt: Vergewaltigungen nur erfunden!

Chemnitz - Diese Nachricht schockte im Frühjahr ganz Chemnitz: Zwei Vergewaltigungen an einem Wochenende, ein Opfer erst 15 Jahre alt. Nun ist klar: Beide Taten waren erfunden.

Die 15-Jährige hatte angegeben im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Karl-Immermann-Straße vergewaltigt worden zu sein.
Die 15-Jährige hatte angegeben im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Karl-Immermann-Straße vergewaltigt worden zu sein.  © Maik Börner

Was war passiert? Ende Mai diesen Jahres wurden bei der Polizei unabhängig voneinander zwei Vergewaltigungsverbrechen in Chemnitz angezeigt.

Bei der einen Tat soll eine 23-Jährige von einem 46-jährigen Deutschen auf einem Parkplatz hinter dem Marx-Monument in der Brückenstraße vergewaltigt worden sein. Die junge Frau hielt nach der angeblichen Tat eine Polizeistreife an. Der mutmaßliche Täter wurde wenig später in "Tatortnähe" festgenommen (TAG24 berichtete).

Das zweite Opfer, ein 15-jähriges Mädchen, gab an von einem Syrer (18) in einem Keller eines Mehrfamilienhauses in der Karl-Immermann-Straße vergewaltigt worden zu sein. Der junge Mann wurde ebenfalls kurz nach der Tat festgenommen und kam in Untersuchungshaft.

Bereits Mitte Juni wurde bekannt, dass die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den 18-Jährigen fallen gelassen und er aus der U-Haft entlassen worden war. "Der Haftbefehl gegen den jungen Mann wurde aufgehoben", bestätigt die Sprecherin der Chemnitzer Staatsanwaltschaft, Ingrid Burghart damals TAG24. Der Syrer hatte die Vergewaltigung von Anfang an bestritten. Die Ermittlungen gegen ihn liefen aber, aufgrund der Verletzungen des Mädchens weiter.

Nach Medienberichten wurde bereits Mitte Oktober das letzte Ermittlungsverfahren in den Fällen eingestellt. Im Fall der Jugendlichen fanden die Ermittler keine Hinweise darauf, dass sie zum Sex gezwungen wurde oder sich dagegen gewehrt habe. Das Mädchen sei während der Befragungen immer mehr von ihrer ursprünglichen Aussage abgewichen. Auch im Fall der 23-Jährigen, die in der angeblichen Tatnacht unter starkem Alkoholeinfluss gestanden haben soll, verdichteten sich die Hinweise, dass nie eine Vergewaltigung oder ein Missbrauch stattgefunden habe und sie weder das Opfer des 46-Jährigen noch eines dritten Unbekannten geworden sei.

Der 18-Jährige habe laut Staatsanwaltschaft Anspruch auf Haftentschädigung.

Es ist möglich, dass es nun neue Ermittlungen gegen die angeblichen Opfer wegen Vortäuschens einer Straftat oder falscher Verdächtigungen gibt.

Titelfoto: Maik Börner

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