Verkaufte eine 40-Jährige todkranke Hunde-Babys aus Geldgier?

Völlig apathisch und verängstigt liegt eine Hunde-Mama mit ihrem Welpen in einem Käfig.
Völlig apathisch und verängstigt liegt eine Hunde-Mama mit ihrem Welpen in einem Käfig.  © Polizei Osnabrück

Osnabrück - Endlich! Einer mutmaßlichen, skrupellosen Betrügerin, die mit kranken und unterernährten Hundewelpen handelte, wurde von der Polizei Osnabrück das Handwerk gelegt.

Die Beamten von der Ermittlungsgruppe Umwelt ermittelten bereits länger wegen Betruges, Verstößen gegen das Tierschutzgesetz, Verstöße gegen die Gewerbeordnung, gegen die Tierseuchenschutzverordnung und das Tiergesundheitsgesetz.

Die 40-jährige Hauptverdächtigen aus Bohmte machte sich gleich mehrfach strafbar: Ihr wird betrügerischer Verkauf, die illegale Einfuhr von Hundewelpen aus Osteuropa, insbesondere Litauen, der unsachgemäße Transport der Tiere und der mangelnde Impfschutz der Welpen vorgeworfen.

Die kleinen, hilflosen Tiere, die keine vollständige Grundimmunisierung haben, wurden privat über das Internet angeboten und verkauft.

Nur zum Zweck des Verkaufs werden die Hunde in Osteuropa gezüchtet. Mit gerade einmal vier bis fünf Wochen werden sie von ihrer Mutter getrennt. Auf dubiose Weise unter nicht artgerechneten Bedingungen, zum Beispiel ohne Wasser und Futter, werden sie dann ohne Impfschutz nach Westeuropa gebracht.

Das Problem an dem Vorgehen ist offensichtlich: Einerseits werden die Hundebabys schon krank auf die Reise geschickt, andererseits überleben sie die Fahrt meistens nicht mal.

Die mutmaßliche Haupttäterin hielt an ihrer Wohnanschrift mehrere Hunde und Welpen. Laut Polizei waren die Tiere beim Auffinden offensichtlich vernachlässigt und unterernährt.

Ermittlungen ergaben, dass die Frau seit 2011 gut 300 Hundewelpen, mit und ohne Impfung, nachweislich verkauft hat. Die Dunkelziffer der tatsächlich verkauften Hunde liegt vermutlich sogar noch höher.

Der Frau und ihren "Verkaufsagenten" wird vorgeworfen, vorsätzlich Hundewelpen verkauft zu haben, die nicht ordnungsgemäß tierärztlich versorgt waren und auch Hundewelpen verkauft zu haben, die bereits beim Verkauf Krankheitssymptome aufwiesen.

Die Tiere waren vielfach an Parvovirose, eine hoch ansteckende und akut verlaufende Infektionskrankheit bei Hunden, erkrankt und starben trotz teurer tierärztlichen Behandlungen der Käufer.


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